US-Rapper Kanye West bricht bei seiner ersten Wahlkampfrede in Tränen aus. Imago Images/UPI Photo/Richard Ellis

Er weinte und er schluchzte. Dem US-Rapper Kanye West (43) liefen Tränen über die Wangen. Emotionaler hätte sein erster Wahlkampfauftritt nicht verlaufen können. West, der im Herbst US-Präsident werden will, sprach über Abtreibung – sein Herzensthema. Sein Vater habe seine Mutter zwingen wollen, ihn nicht zur Welt zu bringen. 

Zu Beginn des Auftritts polterte der Rapper noch in gewohnter Manier. „Mit ist es fuck egal, ob ich die Präsidentschaft gewinne oder nicht“, sagte er vor 100 Anhängern. West präsentierte sich im Exquis Center von North Charleston mit rasiertem Kopf und kugelsicherer Weste. Doch dann zeigte er sich von seiner weichen Seite.

„Meine Mutter Donda hat mir das Leben gerettet. Mein Vater wollte mich abtreiben lassen“, sagte der Rapper unter Tränen. „Es hätte beinah keinen Kanye West gegeben, weil sein Vater zu beschäftigt war.“ West enthüllte auch, dass ihn seine heutige Frau Kim Kardashian (39) vor sechs Jahren in Paris anrief. „Sie hat geweint und geschrien ‚Ich bin schwanger‘, dann hat sie weiter geweint“, sagte der Rapper. Die Frage sei gewesen: Abtreibung, ja oder nein?

Ein Zeichen Gottes

West habe überlegt was er tun soll: „Ich wollte das Kind nicht auf die Welt bringen. Ich habe beinah meine Tochter umgebracht.“ Bis er plötzlich „ein Zeichen von Gott“ erhalten habe: „Ich saß an meinem Laptop und der wurde plötzlich zuerst schwarz und dann weiß. Gott hat damit gesagt: ‚Wenn du mit meiner Vision für die Zukunft fuckst, dann fucke ich auch mit deiner!‘“ Danach habe er Kim erneut zurückgerufen: „Ich sagte ihr, dass wir das Kind zusammen haben werden.“ West hob daraufhin seine Stimme: „Selbst wenn meine Frau sich nach dieser Rede von mir scheiden lässt, sie hat North dann auf die Welt gebracht. Sie hatte die Pillen damals bereits in der Hand.“

Das Hauptwahlkampf-Thema des Rappers ist sein Kampf gegen die Organisation „Planned Parenthood“, bei der Frauen kostenlos Abtreibungen durchführen lassen können. Er ist allerdings gegen ein absolutes Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Stattdessen will er Frauen von Abtreibungen abhalten, in dem er das Kinderkriegen lukrativ macht: „Die Regierung muss werdenden Müttern Geld zahlen, ihr Kind zur Welt zu bringen.“ Er denke an eine Million Dollar. Babys seien „schon mit der Zeugung Gottes Kinder, weil sie schon eine Seele haben“.