Die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl: Annalena Baerbock (Grüne), Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU). dpa

Sollten alle Parteien schnell noch mal neue Kandidaten aus dem Hut zaubern? In knapp zwei Monaten ist Bundestagswahl – und die Spitzenkandidaten von Union, SPD und Grünen fürs Kanzleramt sind bei den Wählern im Sturzflug. Inzwischen will schon mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Deutschen am liebsten keinen der drei als Nachfolger oder Nachfolgerin von Angela Merkel (CDU) sehen.

In Umfrage trauen 48 Prozent der Befragten keinem Kandidaten den Regierungs-Spitzenjob zu

Einer Insa-Umfrage zufolge hat Unionskanzlerkandidat Armin Laschet weiter in der Wählergunst eingebüßt. Bei einer Direktwahl des Kanzlers erhielte der CDU-Chef aktuell nur noch 13 Prozent, wie die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts im Auftrag der Bild am Sonntag ergab. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. Und da hatte Laschet bereits fünf Prozentpunkte verloren.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz legt in der neuen Umfrage um einen Prozentpunkt zu, für ihn würden sich 22 Prozent entscheiden. Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kommt wie Laschet auf 13 Prozent, einen Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche.

Das bedeutet insgesamt ein vernichtendes Urteil für alle drei, denn nur 48 Prozent der Befragten trauen überhaupt einem dieser Kandidaten den Regierungs-Spitzenjob zu!

Besonders CDU-Chef Armin Laschet steht unter Beschuss

Kritik aus den eigenen Reihen hagelt es vor allem für Armin Laschet. Als erster stänkerte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gegen Laschets laschen Wahlkampf und forderte, „einfach auch noch mal selbst zu stürmen und ein bisschen offensiv zu werden“.

Jetzt legte auch der Vizechef der Berliner CDU nach und kritisierte das „Herumgeeiere“ des CDU-Chefs. „Laschet muss viel klarer sagen, was er vorhat, wie er es umsetzen und bezahlen will, damit jeder weiß: Was planen CDU und CSU zum Beispiel beim Klimaschutz, und was heißt das für den Einzelnen?“, sagte der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Falko Liecke der Welt.

„Muss ich mehr für Benzin und Strom bezahlen? Kann ich mir mein Auto noch leisten? Wie komme ich in Zukunft zur Arbeit? Da brauchen wir kein Rumgeeiere, sondern klare Aussagen.“