Sie bekommen inzwischen die große Bühne im Kreml in Moskau: die Separatisten in der Ostukraine. 2014 haben sich die Regionen Luhansk und Donezk von der Ukraine unabhängig erklärt und kämpfen gegen die Armee der ukrainischen Regierung. Kiews immer stärkerer Öffnung Richtung EU und Nato war den größtenteils prorussischen Regionen der Ostukraine ein Dorn im Auge.

Die selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk werden nur zum Teil von prorussischen Separatisten kontrolliert. dpa-infografik

Seit März 2016 stellen die selbsternannten „Volksrepubliken“ auch eigene Pässe aus, die den russischen ähneln und in Russland anerkannt sind.

Auch Putin will die russischsprechende Bevölkerung vor dem „ukrainischen Nationalismus“ bewahren. Doch nur ein Teil der Gebiete ist von den Separatisten kontrolliert, das Restgebiet von der Ukraine. Mit der Unabhängigkeit der selbst ernannten Volksrepubliken hat Putin die Separatistenregionen in ihren deutlich größeren ursprünglichen ukrainischen Grenzen anerkannt.

Das bedeutet, dass der Territorialanspruch der Separatisten, die bislang nur etwa 32 Prozent der Gebiete Luhansk und Donezk mit 3,7 Millionen Menschen kontrollieren, deutlich über ihr bisher verwaltetes Gebiet hinausgeht. Das birgt die Gefahr neuer Kämpfe mit den ukrainischen Regierungstruppen, die den übrigen Teil kontrollieren.

Leonid Passetschnik ist Anführer der „Volksrepublik“ Luhansk. dpa/Alexei Nikolsky/Russian President Press Office/TASS

Separatisten wollen Angliederung an Russland

Die Luhansker Separatisten werden von dem ehemaligen Geheimdienstler Leonid Passetschnik (51) angeführt. In Donezk ist Denis Puschilin (39) der Chef. Die Unabhängigkeit ist nur ein Zwischenziel der Aufständischen auf dem Weg des Beitritts zu Russland. Das sieht aber ein von Berlin und Paris mit ausverhandelter Friedensplan für den Donbass nicht vor.

Denis Puschilin ist der Separatistenführer der „Volksrepublik“ Donezk. dpa/Alexei Nikolsky/Russian President Press Office/TASS

Russland sieht sich nun als Beschützer der territorialen Integrität der beiden Provinzen, die 1919 wie auch die Krim der damals erst seit zwei Jahren unabhängigen Ukraine zugeschlagen wurden. Nach nur drei Jahren in dieser territorialen Form wurde die Ukraine 1922 Teil der UdSSR und erst 1991 wieder mit dem Zerfall der Sowjetunion unabhängig.