Arbeiter, Angestellte und Selbstständige leben kürzer als Beamte.
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Offenbar haben Beamte doch ein entspannteres Leben als Beschäftigte, die hart für ihren Lohn schuften müssen: Denn eine Studie fand jetzt heraus, dass verbeamtete Männer in Deutschland im Schnitt mehr als fünf Jahre länger leben als Arbeiter. Das berichtete der „Spiegel“ am Freitag unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Bei Frauen beträgt der Unterschied in der Lebenserwartung demnach im Schnitt drei Jahre. Der Sozialverband VdK warnt wegen dieser Ergebnisse vor Ungerechtigkeit beim Renteneintrittsalter.

Auch Angestellte und Selbstständige sterben früher als Beamte

Der Studie nach gibt es auch zwischen Beamten und Angestellten Unterschiede. 65 Jahre alte männliche Beamte könnten im Schnitt noch mit 21,5 Lebensjahren rechnen, zitierte das Magazin aus der Studie. Bei gleichaltrigen Angestellten und Selbstständigen seien es noch 19 Jahre, bei Arbeitern nur 15,9.

Bei Frauen fielen die Unterschiede zwischen diesen Berufsgruppen ähnlich aus. Beamtinnen leben im Schnitt drei Jahre länger als Arbeiterinnen.

Die Studie wurde im Auftrag des Sozialverbandes VdK erstellt. Dafür hat das DIW die Haushaltsbefragung des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) genutzt und mit amtlichen Sterbetafeln abgeglichen.

Der Befund, dass die Unterschiede bei der Lebenserwartung nicht zufällig sind, sondern auch mit der sozialen Stellung zu tun haben, deutet auf ein grundlegendes Problem des Rentensystems hin: Die Ungleichheit bei den Lebenseinkommen wird durch eine ungleiche Lebenserwartung verstärkt.

VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte dazu dem „Spiegel“, der Sozialverband lehne eine generelle Erhöhung der Regelaltersgrenze strikt ab. Schon jetzt schaffe es nur eine Minderheit, bis zum Alter von 65 Jahren Vollzeit zu arbeiten, „geschweige denn bis 67“. Sie spricht sich daher für Nachbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente aus.