Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).  Foto: dpa/Kay Nietfeld

Friedrich Merz, Armin Laschet, Norbert Röttgen – oder tritt doch ein ganz anderer bei der Union die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an? Wenn sich am Freitagabend die drei Bewerber für den Parteivorsitz in einem Online-Forum Fragen von Mitgliedern der Partei stellen, fehlen nämlich ausgerechnet die möglichen Kanzlerkandidaten mit den derzeit höchsten Beliebtheitswerten – CSU-Chef Markus Söder und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Und Spahns Ambitionen scheinen zu wachsen. Dem Spiegel zufolge hat der Minister in den vergangenen Wochen seine Chancen auf die Kanzlerkandidatur ausgelotet. 

Laut Bericht führte Spahn viele Telefonate mit einflussreichen CDU-Politikern. Derzeit bildet Spahn im Rennen um den CDU-Vorsitz ein Team mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet – Parteichef soll Laschet werden.

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Spahn habe sich in Telefonaten an Landtagsabgeordnete, Fraktionskollegen und Landesfunktionäre gewandt, um deren Haltung zu einer möglichen Kanzlerkandidatur von ihm zu ergründen. Er habe dies auch „mit Hinweis auf seinen eigenen Umfragestatus als beliebtester Politiker Deutschlands“ getan.

Rollentausch mit Laschet?

Zuvor habe Spahn bereits versucht, seinen Teampartner Laschet über Umwege zur Aufgabe der Vorsitzkandidatur zu seinen eigenen Gunsten zu bewegen, berichtete der Spiegel weiter. Nicht nur junge Abgeordnete, auch Parteivize Volker Bouffier habe gegenüber Laschet die Idee eines möglichen Rollentauschs ins Spiel gebracht. Dieser habe jedoch abgelehnt.

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Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums erklärte dazu laut Spiegel, Spahn tausche sich ständig mit Parteimitgliedern aus. „Dabei geht es selbstverständlich auch um die Stimmung vor dem Parteitag, die Unterstützung für das Team mit Armin Laschet und die beste Aufstellung von CDU und CSU für das Wahljahr.“

Die Bild-Zeitung zitierte die gleiche Erklärung. Auf die Frage, ob Spahn in Telefonaten seine Chancen auf eine Kanzlerkandidatur sondiert habe, sagte der Sprecher allerdings demnach: „Nein, das stimmt nicht.“