CSU-Chef Markus Söder (l.) und der CDU-Vorsitzende Armin Laschet stehen bei der Union im offenen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur. Foto: dpa/Michael Kappeler

Der Bamberger Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz (SPD) befeuert auf Twitter ein Gerücht, das durch die Parteizentralen geistert: CDU-Chef Armin Laschet könnte 2022 das Amt des Bundespräsidenten angeboten werden, damit Söder Kanzlerkandidat der Union wird.

Demnach könnte der CDU-Chef das erste Amt im Staat antreten – vorausgesetzt er verzichtet auf die Kanzlerkandidatur und macht den Weg frei für Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder.

So könnten beide die höchsten Staatsämter Deutschlands besetzen und durch einen Kompromiss den zu eskalieren drohenden Konflikt lösen.

„Man hört, dass man Laschet als Ausgleich für den Verzicht das Amt des Bundespräsidenten anbietet“, schreibt Schwarz auf seinem Twitter-Account. „Wenn das stimmt, dann wird das Schauspiel der Kanzlerfrage zur Tragödie auf Kosten der Demokratie. Dann bedient sich die #CDUCSU am Land.“

Ein solches Szenario ist jedoch allein deshalb wohl eher unwahrscheinlich, weil die Union in der Bundesversammlung, die nächstes Jahr den Bundespräsidenten neu wählt, auf Stimmen anderer Parteien angewiesen wäre.

Und vieles deutet auch darauf hin, dass die Grünen am Zug sein könnten, die im Gegensatz zu Union, SPD und FDP noch nie einen Präsidenten stellen durften. Eine mögliche Kandidatin als erste Bundespräsidentin gibt es in der Gerüchteküche auch schon: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt.