Die iranische Schauspielerin Taraneh Alidoosti.
Die iranische Schauspielerin Taraneh Alidoosti. Taraneh Alidoosti

Seit mehr als drei Monaten dauern die Proteste im Iran nun schon an, die sich an der Tötung der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini entzündeten und schnell zu einem Flächenbrand im Land wurden. Immer wieder gehen Menschen unter Lebensgefahr in allen Provinzen des Landes auf die Straße um für den Sturz des Mullah-Regimes zu demonstrieren. Die Demonstranten, sowie Aktivisten im Ausland sprechen längst von Revolution.

Der Mut der vielen Menschen auf den Straßen motiviert derweil immer mehr Iranerinnen und Iraner, sich mit den Protesten zu solidarisieren und dabei auch ihre eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen. So wurde der ehemalige Hertha-Profi Ali Daei nach seiner Unterstützung für die Proteste festgenommen. Ähnlich erging es nun Taraneh Alidoosti, einer der bekanntesten Schauspielerinnen des Landes. 

Taraneh Alidoosti kritisiert Hinrichtung von Demonstranten

Die 38-Jährige hatte sich auf ihrer Instagram-Seite ohne das von den Mullahs vorgeschriebene Kopftuch gezeigt, sich mit den Protesten in ihrem Land solidarisiert und die Hinrichtung von Demonstranten kritisiert. Das Ablegen des Kopftuchs gilt längst als Symbol der Proteste, war es doch ein vermeintlich nicht richtig sitzendes Kopftuch, das iranische Sittenpolizisten dazu veranlasste Jina Mahsa Amini bei der Festnahme zu töten. Doch den Iranerinnen und Iranern geht es längst um mehr. Es geht um Freiheit, Frauenrechte, die Ungleichheit im Land, die Diskriminierung von Kurdinnen und Kurden und vieles mehr. 

In ihrem Posting ging Taraneh Alidoosti, die sich immer wieder mit den Protestierenden solidarisierte, vor allem internationale Organisationen an, die sich nicht zur Hinrichtung von Mohsen Shekari ausgesprochen hätten. „Sein Name war Mohsen Shekari. Jede internationale Organisation, die dieses Blutvergießen beobachtet und nicht handelt, ist eine Schande für die Menschheit“, schrieb sie. Ihr Instagram-Account wurde inzwischen offline genommen. 

Taraneh Alidoosti wurde vom Mullah-Regime festgenommen

Alidoosti, die als Schauspielerin auch international bekannt ist, bekam von Aktivisten im In- und Ausland viel Lob für ihre Aktion. Das Regime reagierte hingegen mit einer Festnahme. Die Mullahs werfen ihr „Verbreitung von Falschinformationen und Unterstützung von konterrevolutionären Kreisen“ vor. Ein vergehen, dass das Regime meist mit langen Haftstrafen ahndet. In der Haft kommt es bei politischen Gefangenen immer wieder zu Misshandlungen durch die Handlanger des Regimes, bei Frauen auch zu Vergewaltigungen. 

Taraneh Alidoosti war in der Vergangenheit bereits mehrfach durch ihre klare Haltung aufgefallen. Sie bezeichnete sich als Feministin und sagte 2017 aus Protest gegen Donald Trump einen Auftritt bei der Oscar-Verleihung ab, wo ihr Film „The Salesman“ als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde. Zuvor hatte der ein Einreiseverbot für Menschen aus dem Iran und anderen Staaten verkündet. 

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Im Iran laufen die Proteste derweil weiter. Am Wochenende gab es Berichte über eine Rebellion im Gefängnis in der Stadt Karadsch. Gefangene sollen sich laut iranischen Twitter-Profilen mit dem zum Tode verurteilten Karate-Kämpfer Mohammad Mehdi Karami solidarisiert haben. Wärter sollen daraufhin das Feuer eröffnet haben. Von mehrere Toten ist die Rede.