Irans Präsident Hassan Rouhani in der Atomanlage Natans. Foto: dpa/Office of the Iranian Presidency

Der Iran hat Israel für einen Sabotage-Angriff auf seine unterirdische Atomanlage Natans verantwortlich gemacht. „Die Antwort für Natans lautet Rache gegen Israel zu üben“, sagte der iranische Außenministeriums-Sprecher Said Chatibsadeh. „Israel wird seine Antwort durch seinen eigenen Weg erhalten.“ Details nannte Chatibsadeh nicht. Bei dem mutmaßlichen Angriff seien Zentrifugen beschädigt worden, mit denen Uran angereichert wird.  

Bei dem Vorfall am Sonntag war der Strom in Natans gekappt worden. Der Angriff  wird nach Informationen der New York Times die Urananreicherung dort um mindestens neun Monate zurückwerfen. Das berichtete das Blatt unter Berufung auf zwei höhere US-Geheimdienstmitarbeiter, die bei dem Angriff von einer israelischen Geheimdienstoperation sprachen.

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Demnach soll der Angriff eine heftige Explosion ausgelöst haben, als deren Folge das gesamte Stromnetz einer Untergrundanlage, wo die Zentrifugen für die Urananreicherung hergestellt werden, zerstört worden sei. Es werde mindestens neun Monate dauern, die Schäden zu beheben.

Israel bekannte sich nicht zu dem mutmaßlichen Angriff. Israelische Medien berichteten allerdings, dass Israel einen  Cyberangriff verübt habe, der den Stromausfall verursacht habe. Der Sender Kan meldete, dass der Geheimdienst Mossad hinter dem Vorgehen stecke.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif teilte mit, Natans werde mit fortschrittlicheren Maschinen wieder aufgebaut. „Die Zionisten wollten sich an den Iranern wegen deren Erfolg auf dem Weg zur Aufhebung von Sanktionen rächen“, sagte Sarif laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lehnt das internationale Atomabkommen mit dem Iran ab, weil er meint, es hindere das Land nicht an der Entwicklung von Atomwaffen, zu der auch die Anreicherung von Uran gehört. Netanjahu hat den Iran als große Bedrohung für Israel bezeichnet. Die Führung des Iran hetzt regelmäßig gegen Israel, droht mit dessen Vernichtung und hat Kontrollen seiner nuklearen Anlagen eingeschränkt, die in einem internationalen Abkommen vereinbart worden waren. Es sollte das iranische Atomprogramm beschränken, im Gegenzug sollten Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden.

In Wien wird gegenwärtig über die Rettung des 2015 geschlossenen, 2018 von den USA aufgekündigten Atomvertrags verhandelt. Die USA wollen ihn wiederbeleben, sind aber nicht direkt an den Gesprächen von Vertretern Irans, Russlands, Chinas, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschland beteiligt. Es besteht der Verdacht, dass Israel mit dem Angriff nicht nur die Atomanlage, sondern auch die Verhandlungen sabotieren wollte.