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Eine überwältigende Welle an Hilfsbereitschaft geht durchs Land, um den Hochwasser-Opfern in Westdeutschland, Bayern und Sachsen beizustehen. Ein Helfer hat es in wenigen Tagen zum Kult-Status gebracht: „Lohnunternehmer Markus Wipperfürth“, ein  Landwirt aus dem rheinischen Elsdorf. Rund 300.000 Fans folgen Markus Wipperfürth inzwischen auf Facebook. Stündlich, manchmal sogar im Minutentakt postet der hemdsärmlige Agrarunternehmer Videos und Aufrufe aus dem Katastrophengebiet Ahrtal. Wäscheständer, Kipplaster, Sattelschlepper: Markus Wipperfürth kümmert sich um alles, so die Botschaft, die der Agrarunternehmer verkündet.

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In Videoupdates berichtet Wipperfürth seinen Fans vom Fortschritt der Arbeiten, als sei er als Reporter im Katastrophengebiet unterwegs.

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Auffällig ist: Wo Wipperfürth dreht, sind selten Helfer von Feuerwehr oder Technischem Hilfswerk zu sehen. Wenn Politiker nahen, beendet er lieber das Video. Vor allem die Arbeit der Polizei, so der Eindruck aus einem Facebook-Video vom Sonntag, empfindet der Agrarunternehmer als ziemlich störend:

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Querdenker boten Markus Wipperfürth Spendengelder an, er habe abgelehnt

Die Polizei habe Hilfsfahrzeuge abgefangen, die Wipperfürth „extra da hinbeordert“ habe. „Die Polizei soll sich bitte mal da zurückhalten.“ Anweisungen, dass sich Freiwillige nicht ohne Absprache ins Katastrophengebiet begeben sollten, tut er nachdrücklich ab: „Haltet Euch einfach raus.“ Die zur Schau gestellte Renitenz gegenüber Vertretern der öffentlichen Ordnung ist auch Querdenken-Kritikern aufgefallen.

Von prominenten Vertretern der Querdenken-Bewegung wie dem HNO-Arzt Bodo Schiffmann wird Wipperfürth als Held gefeiert. Der einstige Schlagerstar Michael Wendler, inzwischen per Haftbefehl gesucht, fragt in seinem Telegram-Kanal: "Warum ist ein einziger helfender Bauer mehr wert als 700 Polit-Nichtsnutze in Berlin..."

Wipperfürth der Querdenken-Bewegung zuzurechnen, ist allerdings ein Fehlschluss. Lars Wienand verortet den rheinischen Agarwirt auf t-online bei der Protestorganisation „Land schafft Verbindung“, welche die bundesweiten Proteste gegen die Agarpolitik in Berlin mit angeschoben hatte. Es soll Versuche der Querdenken-Bewegung gegeben haben, sich die Proteste zunutze zu machen, allerdings ohne greifbares Ergebnis. Spenden von Bodo Schiffmann in Höhe von 12.000 Euro am Tag brauche er nicht, verbreitete Wipperfürth.

Markus Wipperfürth nennt Medien seinen Preis

Was er dagegen sucht und findet, ist Aufmerksamkeit. In einem ZDF-Interview stellte sich Wipperfürth unbequemen Fragen und geriet in Erklärungsnot. Seine Anhänger zeigten sich erbost über den Sender.

Inzwischen weist Wipperfürth Medienanfragen zurück, es sei denn der Preis stimmt. Für 5000 Euro, sagt er am Freitag auf Facebook, komme er zu einer Spendengala, das Geld werde gespendet. Alle anderen müssten schon 10.000  Euro hinblättern. 

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