Das tägliche Elend auf eine Covid-19-Intensivstation: Bewusstlose Patienten, überarbeitete Schwestern, Pfleger und Ärzte. Foto: dpa/Waltraud Grubitzsch

Die Zahl der Menschen, die mit schwerer Covid-19-Erkrankung auf einer Intensivstation liegen, ist binnen einer Woche um fast 1200 auf über 3670 gestiegen. Gernot Marx, Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI: „Die Corona-Lage ist sehr besorgniserregend und momentan nicht unter Kontrolle.“

In Bayern, Thüringen, Sachsen und einigen Ballungszentren gebe es bereits akute Überlastungssituationen, so dass Patienten verlegt werden müssten. Gebe es weiter einen ungebremsten Anstieg schwerkranker Covid-19-Patienten, werde eine Priorisierung von Eingriffen und Umorganisation in weiten Teilen Deutschlands notwendig.  

Gernot Marx, Präsident der  Intensivmediziner-Vereinigung DIVI: Die Lage ist außer Kontrolle.   Foto: imago/Jürgen Heinrich

Am Donnerstag hatte der Bundestag ein verändertes Infektionsschutzgesetz beschlossen. Spätestens am 9. Dezember soll bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz geprüft werden, ob die Maßnahmen ausreichen. Marx fordert, dass bis dahin weitere Maßnahmen vorbereitet werden, wenn die beschlossenen nicht reichen.

In Berlin ist laut DIVI fast ein Fünftel der Intensivbetten mit erwachsenen Covid-19-Patienten belegt, insgesamt sind nur noch knapp neun Prozent frei. In Sachsen ist inzwischen jeder dritte Intensivpatient an Covid-19 erkrankt, 10 Prozent der „ITS“-Betten sind noch frei. Im kleinen Bremen sind es knapp 6 Prozent, dafür machen Coronakranke aber nur 12 Prozent aus. Den geringsten Anteil an Corona-Intensivpatienten hat Schleswig-Holstein (5 Prozent), die meisten freien Intensivbetten Rheinland-Pfalz (18,6).