Eine Person schaut in eine leere Brieftasche. Dank der kräftigen Inflation ist am Ende des Geldes immer so viel Monat übrig. IMAGO/photothek

Die Kosten für Energie sind explodiert – und halten die Inflation in Deutschland auf einem verdammt hohen Niveau! Das Statistische Bundesamt am Freitag bestätigte seine erste Schätzung, dass Waren und Dienstleistungen im Januar durchschnittlich 4,9 Prozent mehr kosteten als vor einem Jahr. Da muss sich niemand wundern, wenn am Ende des Geldes immer noch so viel Monat übrig ist.

Zwar hat im Januar der hohe Preisdruck in Deutschland zum ersten Mal seit Monaten etwas nachgelassen. Die Inflationsrate, die derzeit von teurer Energie getrieben wird, lag im Dezember noch bei 5,3 Prozent, der höchste Wert seit fast 30 Jahren.

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„Die Inflationsrate hat sich im Januar etwas abgeschwächt, nachdem sie im Dezember den höchsten Wert seit fast 30 Jahren erreicht hatte. Sie bleibt aber auf einem hohen Stand“, erklärt der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Georg Thiel, über die Entwicklung zu Beginn des Jahres. Im Vergleich zum Dezember 2021 stiegen die Verbraucherpreise aber abermals um 0,4 Prozent.

Energie als Preistreiber der Inflation

Der Preistreiber Nummer eins ist und bleibt die Energie: Im Dezember verteuerte sie sich um 20,5 Prozent. Verbraucher mussten für den Kraftstoff deftige 24,8 Prozent mehr bezahlen. Heizöl kostete sogar satte 51,9 Prozent, Erdgas 32,2 Prozent und Strom 11,1 Prozent mehr.

Dabei hatten allerdings auch die höhere CO2-Abgabe sowie gestiegene Netzentgelte beim Strom einen Einfluss. Trotzdem: Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate den Angaben zufolge im Januar 2022 bei 3,2 Prozent gelegen.

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Für etwas Entspannung an der Preisfront sorgte ein sogenannter Basiseffekt: Denn die Preise wurden jetzt nicht mehr mit jenen aus dem zweiten Halbjahr 2020 verglichen, als die Mehrwertsteuer wegen der Corona-Krise zeitweise von 19 auf 16 Prozent gesenkt wurde.

Der mit Paprika, Brokkoli, Kartoffeln und anderen Lebensmitteln gefüllte Korb einer Kundin steht auf einer Kiste an einem Stand auf einem Wochenmarkt. Gemüse ist in Deutschland zuletzt deutlich teurer geworden. Moritz Frankenberg/dpa

Danke Inflation: Gemüse ist 8,3 Prozent teurer als vor einem Jahr

Aber auch Nahrungsmittel wurden deutlich teurer – die Preise stiegen zuletzt um 5,0 Prozent. Spürbar war das vor allem bei frischem Gemüse (plus 8,3 Prozent) sowie Molkereiprodukten und Butter (plus 6,3 Prozent).

Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,4 Prozent und dämpften somit die Gesamtteuerung. Dagegen erhöhten sich einige Dienstleistungspreise deutlich, etwa die Wartung und Reparatur von Wohnungen und Wohnhäusern (plus 9,4 Prozent) sowie von Fahrzeugen (plus 4,9 Prozent).