Eine vierköpfige Familie zahlt in diesem Jahr dank Horror-Inflation schon 3500 Euro mehr. Nächstes Jahr wird es noch viel schlimmer.
Eine vierköpfige Familie zahlt in diesem Jahr dank Horror-Inflation schon 3500 Euro mehr. Nächstes Jahr wird es noch viel schlimmer. IMAGO/Westend61

Wir spüren es jeden Tag im Portemonnaie. Jede Rechnung, die wir bezahlen, kostet mehr als noch vor wenigen Wochen. Und wenn es nur das Nötigste aus dem Supermarkt ist. Von der Quittung an der Tankstelle ganz zu schweigen. Was uns bei der Nebenkostenabrechnung im kommenden Jahr droht, davor graut es den allermeisten jetzt schon. Aber wie schlimm der Inflationshorror die Deutschen wirklich trifft, ist ein Schlag ins Gesicht. Verbraucherschützer haben es jetzt vorgerechnet: Eine vierköpfige Familie zahlt schon in diesem Jahr 3500 Euro mehr.

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Das geht aus einem Bericht der Brandenburger Verbraucherzentrale hervor. Bei den Lebensmittelkosten müsse mit einem Plus von 20 Prozent und beim Strom von 15 Prozent gerechnet werden, so Geschäftsführer Christian Rumpke. Inklusive einer Steigerung von 35 Prozent bei den Kraftstoffpreisen müsse sich eine durchschnittliche vierköpfige Familie in diesem Jahr auf Mehrkosten in Höhe von fast 3500 Euro einstellen.

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5000 Euro Nachzahlung kommen auf Mieter zu

Dazu kommt: Die Vertretung der deutschen Wohnungswirtschaft (GdW) rechnet damit, dass ein Vier-Personen-Haushalt im kommenden Jahr wohl eine satte Betriebskostennachzahlung leisten muss. Von bis zu 5000 Euro ist da die Rede. Wer soll das denn noch bezahlen?

Für Christian Rumpke gibt es angesichts der bedrohlichen Lage nur einen Ausweg, und der heißt: Sparen, wo es geht! „Wir raten insbesondere dazu, auf Warmwasser so weit wie möglich zu verzichten“, meint der Verbraucherschützer.

Sinnvoll seien auch wassersparende Duschköpfe. Diese Durchflussbegrenzer sind bereits für wenige Euro im Baumarkt erhältlich. Sie mischen Luft in den Wasserstrahl, sodass effektiv weniger Wasser pro Minute aus Hahn oder Duschkopf läuft, ohne dass der Strahl schwächer wird. Das spart satte 250 Euro im Jahr.

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Mit einem Sparduschkopf lassen sich jährlich rund 250 Euro sparen.
Mit einem Sparduschkopf lassen sich jährlich rund 250 Euro sparen. imago/YAY Images

Christian Rumpke rät den Verbrauchern zudem, Geld zurückzulegen, um die zu erwartenden höheren Nebenkostenrechnungen zahlen zu können. Beim Erdgas erwartet die Verbraucherzentrale in diesem Jahr nahezu eine Verdoppelung der Kosten. „Da können Verbraucher, die an einer Erdgasversorgung hängen, in der Regel auch nicht schnell auf andere Energieträger umstellen“, meint der Geschäftsführer.

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Verbraucherministerin: „Können nicht alle Preissteigerungen ausgleichen“

Schon im vergangenen Jahr sei der Umgang mit Lieferverträgen und Energiepreisen bei jedem dritten Beratungsgespräch Thema gewesen, berichtet Christian Rumpke. Im ersten Quartal dieses Jahres sei dies bereits fast in jeder zweiten Beratung der Fall gewesen. In vielen Fällen hätten Verbraucher deutlich höhere Rechnungen erhalten, nachdem ihre zuvor preisgünstigen Versorger die Lieferung eingestellt hätten und sie dann für die Grundversorgung deutlich mehr zahlen mussten. Christian Rumpke forderte die Kartellbehörden auf, die Grundversorger zu überprüfen.

Auch Verbraucherministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) rief die Bürger zum Energiesparen auf. „Wir erwarten, dass es im Herbst zu weiteren Preissteigerungen kommt“, mahnte sie. Zwar seien dann auch weitere staatliche Entlastungspakete zu erwarten, meinte die Ministerin. „Wir können aber nicht alle Preissteigerungen ausgleichen“, betonte sie.