Die Zahl der Pflegekräfte sinkt seit Jahren kontinuierlich. dpa/ZB/Waltraud Grubitzsch

In Deutschland fehlen offenbar mindestens 35.000 Fachkräfte in der Pflege. Das zeigen neue Berechnungen, die das Bundeswirtschaftsministerium beim Institut der deutschen Wirtschaft in Auftrag gegeben hatte und die der Welt am Sonntag vorliegen.

Zahl der offenen Stellen sank um 40 Prozent

In keinem anderen Beruf seien die Engpässe so groß wie bei der Kranken- und Altenpflege, so der Bericht. In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der offenen Stellen demnach um knapp 40 Prozent. Helfer sind hier nicht inbegriffen.

Tatsächlich dürfte der Mangel noch dramatischer sein. Denn die vom Kompetenzzentrum kalkulierte Fachkräftelücke markiert nur die Untergrenze. Die Forscher ermitteln ihre Werte, indem sie Arbeitslose und offene Stellen ins Verhältnis setzen. Dafür rechnen sie Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hoch.

Gehälter müssen steigen

Wie sollte nun am besten gegengesteuert werden? „Überall da, wo Berufe in einer Mangelsituation sind, werden auch bessere Gehälter vereinbart“, so Gabriele Meyer, Professorin an der Universität Halle und Mitglied im Sachverständigenrat Gesundheit zur Welt am Sonntag. „Nur in der Pflege ist dies offensichtlich nicht selbstverständlich“, sagte Meyer.