Viele Astrazeneca-Dosen bleiben leider liegen. Foto: Imago/Eibner

In Mecklenburg-Vorpommern soll der Corona-Impfstoff Astrazeneca ab sofort an Menschen aller Altersklassen verimpft werden – damit will das Gesundheitsministerium dafür sorgen, dass keine Impfdosen ungenutzt bleiben. „Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers ist für alle Altersklassen unabhängig von der Priorität ab sofort freigegeben“, teilte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) laut einem Bericht des NDR mit.

Unabhängig vom Alter und der Impfpriorität soll das Vakzin nun in Impfzentren, Arztpraxen, Krankenhäusern und durch mobile Teams verimpft werden. „Die Freigabe ist ein Angebot, dass diejenigen, die keine oder wenige Vorbehalte gegen den Impfstoff haben, die Möglichkeit nutzen können, sich gegen das Coronavirus auch impfen zu lassen“, sagt Glawe.

Bis Mitte April gab es 59 gemeldete Fälle von Hirnvenenthrombosen

Die Vorbehalte gibt es aufgrund der Tatsache, dass Astrazeneca in mehreren Fällen mit dem Auftreten von Hirnvenenthrombosen in Verbindung gebracht wurde. Laut Paul-Ehrlich-Instituts gab es bis Mitte April 59 gemeldete Fälle. Die Betroffenen seien im Zeitraum zwischen 13. Februar und 31. März geimpft worden, heißt es. Zwölf Menschen seien an den Folgen gestorben.

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Bislang sollte Astrazeneca nur bei Menschen im Alter ab 60 Jahren eingesetzt werden. Laut einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) sollen Patienten unter 60 Jahren ausführlich beraten werden. In den Impfzentren Mecklenburg-Vorpommerns waren in den vergangenen Tagen immer wieder Impfdosen von Astrazeneca übrig geblieben. Laut Glawe bleibt es weiterhin bei den Vorgaben, die bisland galten. Das heißt: Die Beratung sollen auch weiterhin durchgeführt werden.

Dass der Impfstoff Astrazeneca nicht auf dem ersten Platz der Beliebtheitsskala steht, zeigen auch aktuelle Zahlen aus Berlin. In den Arztpraxen der Stadt hat es fast 100 000 Corona-Impfungen gegeben. Wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) mitteilte, wurden rund 77 400 Impfdosen des Herstellers Biontech und rund 20 100 von Astrazeneca gespritzt. Insgesamt sind der KV zufolge berlinweit rund 1400 Praxen an den Impfungen beteiligt.