Der 62-jährige Dieter Althaus wurde in einem Pflegeheim in Heiligenstadt, dessen Aufsichtsrat er ist, geimpft. Foto: dpa/Jens-Ulrich Koch

In Thüringen sorgt die frühzeitige Corona-Impfung des früheren Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) für Aufsehen. Das Gesundheitsministerium in Erfurt bestätigte, dass der 62-Jährige Anfang Februar in einem Pflegeheim in Heiligenstadt, dessen Aufsichtsrat Althaus ist, geimpft wurde.

Ministerium: Dränglern droht keine Strafe

Zuvor hatten Medien darüber berichtet. Laut MDR Thüringen gehörte Althaus damals nicht zu jener Gruppe, der eine Impfung laut Prioritätenliste zustand. Zu dem Zeitpunkt wurden vorrangig ab 80-Jährige sowie Mitarbeiter von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen geimpft. Der einstige Regierungschef wollte sich am Freitag auf Anfrage nicht dazu äußern. Auch von dem betroffenen Heim war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

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Eine Ministeriumssprecherin sagte, es gebe keine Handhabe gegen Impfvordrängler. Für eine Ahndung fehlten entsprechende Vorschriften. Allerdings sei das Vordrängeln bei knappen Impfstoffen „moralisch falsch“. Althaus war von 2003 bis 2009 Regierungschef in Thüringen.