Feuerwehrleute im Löscheinsatz – immer öfter werden die Helfer beleidigt oder sogar angegriffen.
Feuerwehrleute im Löscheinsatz – immer öfter werden die Helfer beleidigt oder sogar angegriffen. dpa/Christoph Reichwein

Sie werden bespuckt, beschimpft und begafft: Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungssanitäter haben es satt, bei Einsätzen beleidigt oder gar attackiert zu werden. Als Antwort auf Aggressionen möchte der Feuerwehrverband Verurteilungen und harte Strafen sehen.

„Der Staat muss dafür Sorge tragen, dass Feuerwehren, aber auch Rettungsdienste und Polizei als Vertreter des Staates nicht ohne harte Strafen angegriffen werden“, forderte Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, ein hartes Durchgreifen bei Angriffen auf Einsatzkräfte. „Die Gesetze geben das her.“

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Gesetzliche Strafen müssen durchgesetzt werden

Es sei bereits alles geregelt. „Wir brauchen keine härteren Strafen. Ich möchte nur, dass diese Strafen durchgesetzt werden. Ich möchte, dass Urteile gefällt werden“, sagte Banse. „Es kann nicht sein, dass unsere Leute gefährdet werden, fast überfahren werden und hinterher wird es als Bagatelldelikt dargestellt.“

In Sachsen werden jährlich jeweils mehr als 100 Angehörige von Feuerwehr und Rettungsdiensten Opfer einer Straftat, in Baden-Württemberg stieg die Zahl im vergangenen Jahr um 5 auf 187 Straftaten gegen Helfer. In Hamburg wurden bereits in den ersten drei Quartalen mit 1958 Fällen 184 mehr als im Vorjahreszeitraum verzeichnet.

Auch eine zunehmende Respektlosigkeit beklagt der Feuerwehrverband: „Der Respekt gegenüber denjenigen, die anderen helfen, der sollte wieder größer werden.“ Das sei nicht zuletzt wichtig für die Motivation ehrenamtlicher Kräfte. „Wer ist schon bereit, irgendwo mitzumachen, wenn er damit rechnen muss, an der Einsatzstelle angespuckt zu werden“, sagte Präsident Banse.

Große Probleme durch Gaffer

Nach seinen Worten werden Einsatzkräfte zudem von Schaulustigen in ihrer Arbeit behindert. „Wir wissen, dass wir manchmal weniger Einsatzkräfte haben. Aber man muss heute bei fast jedem Einsatz zusätzliche Kräfte abstellen, die verhindern, dass die Schaulustigen zu dicht an die Einsatzstelle herankommen.“ So werden ihm zufolge bei Unfällen auf Bundesstraßen oder Autobahnen zwei bis drei Retter benötigt, um Planen als Sichtschutz zu spannen. „Damit soll verhindert werden, dass Gaffer Bilder machen. Das ist ein Problem.“