Der Stromdiscounter Stromio stellte am Mittwoch ohne Vorwarnung die Lieferungen ein. dpa/Henning Kaiser

Weil immer mehr Billig-Anbieter wegen der hohen Preise ihre Gas- und Stromlieferungen einstellen, fordert der Interessenverband der deutschen Energiewirtschaft ein Eingreifen der Politik.

Dieses Jahr haben schon 38 Anbieter ihre Strom- und Gas-Lieferungen bereits gestoppt oder ein Lieferende angekündigt. Am Mittwoch traf es ohne Vorwarnung auch Hunderttausende Kunden des Energiediscounters Stromio. Mit Ablauf des 21. Dezember endeten alle Stromlieferverträge für die Marken „Stromio“ und „Grünwelt Energie“. Als Grund gab das Unternehmen eine „historisch einmalige Preisentwicklung im Strommarkt“ an.

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Die Kunden rutschten dadurch automatisch in die Ersatzversorgung durch den örtlichen Grundversorger, der die Stromio-Kunden nun weiter beliefert. Der Grundversorger ist immer das Unternehmen, das in einem bestimmten Netzgebiet die meisten Kunden beliefert. Meistens sind das die Stadtwerke.

Billiganbieter wälzen das Risiko auf Grundversorger ab

Die Weigerung des Unternehmens, weiter Strom zu liefern, offenbare eine „schwerwiegende Regulierungslücke“, kritisierte die Präsidentin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Marie-Luise Wolff, das Vorgehen. „Billiganbieter betreiben Geschäftemacherei auf Kosten der Kunden und wälzen das ökonomische Risiko auf die Grundversorger ab.“

Hier müsse die Ampel-Koalition eingreifen. Es könne nicht angehen, dass Anbieter in Niedrigpreiszeiten „Reibach“ machten und sich bei steigenden Preisen nicht mehr um ihre Kunden kümmerten.

Geschäftsmodell der Discounter kommt bei hohen Energiepreisen unter die Räder

Verbraucherschützer gehen davon aus, dass es die Beschaffungsstrategie von Discountern war, sich kurzfristig zu günstigen Preisen am Spotmarkt einzudecken. Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW in der WAZ: „Das Modell der Discounter hat jahrelang gut funktioniert, jetzt fallen sie damit reihenweise auf die Nase.“