Käme ein dritter Lockdown, müssten immer mehr Geschäfte schließen. Foto: dpa/Nicolas Armer

Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Bernd Fitzenberger, hat vor den Auswirkungen einer möglichen Verlängerung des Corona-Lockdowns gewarnt. „Wäre eine weitere Verlängerung des Lockdowns aus epidemiologischer Sicht notwendig, würde dies die wirtschaftliche Erholung verzögern“, sagte der Leiter des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Fitzenberger verwies auf eine neue Betriebsbefragung seines Instituts, wonach „knapp ein Viertel der Betriebe angeben, dass ihre liquiden Mittel nur noch bis zu vier Wochen reichen“. Bei einem weiteren Viertel der Betriebe reichten sie nur für zwei Monate. „Umso wichtiger ist, dass sie nicht im Regen stehen müssen und die staatlichen Hilfen auch vor Ort ankommen und greifen.“

Arbeitslosigkeit ist im zweiten Lockdown leicht gesunken

Zwar erwarte er keine Pleitewelle, doch könnte es im Laufe des Jahres zu einer Zunahme von Insolvenzen und Betriebsschließungen kommen. Mutationen des Coronavirus stellten auch für die Wirtschaft einen Unsicherheitsfaktor dar. Sobald das Infektionsgeschehen zurückgehe und die Impfungen so wirkten, dass die Corona-Auflagen teilweise gelockert werden könnten, „werden wir eine starke wirtschaftliche Erholung sehen“, sagte der Direktor voraus.

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Bisher wirkt sich der zweite Lockdown nach Angaben Fitzenbergers nicht so stark auf den Arbeitsmarkt aus wie der erste. Saisonbereinigt sei die Arbeitslosigkeit zuletzt sogar leicht gesunken. „Der Arbeitsmarkt zeigt sich aktuell sehr widerstandsfähig“. Das liege zum einen an der Kurzarbeit, Betriebe hielten an ihren Fachkräften fest. Zum anderen sei im ersten Lockdown auch die Industrie stärker betroffen gewesen durch Lieferengpässe, Produktionsausfälle und Betriebsschließungen.