CSU-Chef Markus Söder beim virtuellen Parteitag in seinem Büro in der CSU-Landesleitung.  Foto: Sven Hoppe/dpa-Pool/dpa

Mit seinem strikten Kurs in der Corona-Politik hat sich CSU-Chef Markus Söder in der Beliebtheits-Skala deutscher Politiker nach oben katapultiert. Doch er hat sich damit auch etliche Feinde gemacht, wie er auf dem digitalen Parteitag der CSU selbst vorführte. Söder las einige der Hasskommentare vor, die Gegner seiner Corona-Politik in sozialen Medien veröffentlichten. Darin wird er auch mit dem Tod bedroht. 

Zu den erschütternden Anfeindungen, die Söder vortrug, zählten auch:

„Sie werden den morgigen Tag nicht mehr erleben, ich werde sie erschießen, in Scheibchen schneiden und Tigern zum Fraß vorwerfen.“

 „Dieser Psychopath muss am nächsten Baum aufgehängt werden.“

„Du stinkende Judensau gehörst vergast.“

 „Du Volksmörder und Kinderschänder, du bist keinen Schuss Pulver wert.“

 „Der Teufel hat von dir Besitz ergriffen.“

„Du bist am Ende, dein Leben ist verwirkt.“

Alle aktuellen News aus Politik & Wirtschaft finden Sie hier.

Söder verteidigte schließlich die Maßnahmen zur Corona-Eindämmung. Das Virus sei „mit aller Macht, mit aller Wucht wieder da in ganz Europa“, sagte er. „Diese zweite Welle läuft, und zwar ziemlich stark.“ Eine „Durchseuchungsstrategie“ sei aber nicht sinnvoll - stattdessen müsse weiter auf Eindämmung gesetzt werden. Gleichzeitig äußerte der CSU-Chef Verständnis für frustrierte Bürger. „Corona nervt. Mich auch“, gab er zu.

Söder betonte mit Blick auf Kritik an den staatlichen Corona-Maßnahmen, es gebe ein „Recht jedes Einzelnen auf Skepsis“ und auch auf die Teilnahme an Demonstrationen gegen die Maßnahmen. Er warnte jedoch vor dem Versuch von Rechtsextremisten, die Proteste für sich zu nutzen.

Lesen Sie auch: Härtere Strafen für Hass und Hetze im Internet

Rechtsradikale bemühten sich, „eine Art Corona-Pegida zu etablieren“, sagte der Ministerpräsident. „Wir dürfen alten und neuen, offenen und verdeckten Nazis nicht erlauben, dieses Spiel zu betreiben.“ In diesem Zusammenhang kündigte Söder an, das öffentliche Zeigen der Reichskriegsflagge in Bayern zu verbieten. Die ursprünglich aus der Kaiserzeit stammende Flagge wird häufig von rechten Gruppen und Rechtsextremisten verwendet.