Psychische Leiden führen deutschlandweit zu immer mehr Krankheitstagen.
Psychische Leiden führen deutschlandweit zu immer mehr Krankheitstagen. IMAGO/Shotshop

Gründe gibt es vermutlich einige. Sei es die Corona-Pandemie und ihre gesellschaftlichen und sozialen Folgen. Sei es die gestiegene Arbeitsbelastung für viele Menschen. Fakt ist: So schlecht wie im vergangenen Jahr ging es Deutschland noch nie! Die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Leiden wie Depressionen, Angststörungen oder chronischer Erschöpfung hat drastisch zugenommen – und die Arbeitnehmer fallen immer länger aus.

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Die Zahl der Krankheitstage wegen psychischer Leiden sei in Deutschland 2021 auf den Höchstwert von 126 Millionen gestiegen, berichtete die Augsburger Allgemeine unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linke-Fraktion. Demnach waren es im Jahr zuvor noch 119 Millionen.

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Psychische Leiden verursachen Milliarden-Schaden

Dem Bericht zufolge fallen die Betroffenen dabei zugleich immer länger aus. So seien psychisch erkrankte Menschen 2021 im Schnitt 48 Tage der Arbeit ferngeblieben. Im Jahr 2020 habe die durchschnittliche Abwesenheit noch bei rund 33 Tagen gelegen. Dies sei ein Anstieg um 45 Prozent in nur einem Jahr.

Arbeiten und gleichzeitig Kinder betreuen: Vor allem Frauen sind durch die Corona-Strapazen am Rande der Belastbarkeit. Immer mehr Menschen werden wegen psychischer Leiden krankgeschrieben.
Arbeiten und gleichzeitig Kinder betreuen: Vor allem Frauen sind durch die Corona-Strapazen am Rande der Belastbarkeit. Immer mehr Menschen werden wegen psychischer Leiden krankgeschrieben. dpa/Julian Stratenschulte

Gestiegen sind den Angaben zufolge auch die volkswirtschaftlichen Kosten durch psychische Krankheiten. Rund 27 Milliarden Euro weniger an Bruttowertschöpfung seien unter anderem wegen der Produktionsausfälle erzielt worden, dies sei ebenfalls neuer Höchststand. Das zuständige Arbeitsministerium verweist demnach in seiner Antwort auf einen starken Zusammenhang mit pandemiebedingten Belastungen.

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Die stellvertretende Vorsitzende der Linke-Fraktion, Susanne Ferschl, kritisierte, dass vor allem im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge akuter Personalmangel herrsche. „Die verbliebenen Beschäftigten müssen immer noch mehr Arbeit bewältigen – solange, bis sie selbst ausfallen“, sagte sie der Augsburger Allgemeinen. Corona habe „wie ein Brandbeschleuniger“ bestehende Probleme verstärkt. Unter dem Ausfall von Kindergärten und Schulen hätten berufstätige Frauen besonders heftig gelitten.