Ausgerechnet der Gesundheitsminister Jens Spahn (ganz links) stand in einem vollen Aufzug ohne Sicherheitsabstand.  Foto: dpa/Bodo Weissenborn

Berlin - Ups, ich hab’s getan:  Handschlag, Umarmung, keine Maske – trotz Corona. Es fällt nicht immer leicht, sich an die Abstandsregeln zu halten – auch Politiker haben da manchmal  Schwierigkeiten.

Besonders peinlich war es für FDP-Chef Christian Lindner, der vor dem Berliner Lokal „Borchardt“ den Unternehmer und weißrussischen Honorarkonsul Steffen Göpel zum Abschied maskenlos umarmte. Das war der Lindner, der sich zuvor fürchterlich über den Hertha-Fußballer Salomon Kalou empört hatte: Wie berichtet, hatte Kalou gefilmt, wie er trotz Corona-Warnung in der Kabine alle Abstandsregeln missachtet und die Aufnahmen auch noch bei Facebook geteilt.

Lindner twitterte danach Zerknirschung, wie sie auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geäußert hatte. Der war in Gießen mit einem Rudel Menschen in einen Krankenhaus-Aufzug eingestiegen, für Abstand gab es keine Chance. Spahn entschuldigte sich: Eigentlich hatten alle verabredet, nicht gemeinsam einzusteigen, und es dann doch getan.

Außenminister Heiko Maas (SPD) und sein Luxemburger Amtskollege Jean Asselborn waren sich viel zu nahe, als sie kürzlich bei der offiziellen Wieder-Öffnung der wegen Corona gesperrten Grenze auf einer Moselbrücke die Masken abnahmen.

Maske ab über der Mosel: Bundesaußenminister Heiko Maas und sein luxemburgischer Amtskollege Jean Asselborn. Foto: dpa/Oliver Dietze

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) trug gar keinen Mund-Nase-Schutz, als er sich in Dresden Demonstranten stellte, die gegen Corona-Schutzmaßnahmen protestierten – die hätten das ja abgelehnt.

Nicht immer jedoch sind angebliche Verstöße echt. Übelwollende schnitten Filmaufnahmen so zusammen, dass es so aussah, als würde Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich nicht um die Regeln scheren. Dabei hatte er bei der Besichtigung des Reserve-Krankenhauses in einer Berliner Messehalle immer eine Maske auf und hielt Abstand.

Nur für das Gespräch mit Journalisten aus sicherer Entfernung nahm er die Maske ab. In den manipulierten Aufnahmen sieht es dagegen so aus, als habe er die Maske nur für die Kameras vor Mund und Nase gezogen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) konterte Angriffe im Netz auf ironische Art. Nachdem er verspottet worden war, weil seine Nase über die Maske gelugt hatte, ließ er sich beim Anlegen des Mund-Nase-Schutzes filmen, schrieb dazu in den sozialen Medien: „NRW kann das. Ich kann das auch.“

Auch das Anlegen der Masken will geübt sein. Anfangs hatten viele Politiker damit ihre liebe Not. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ließ die Nase unbedeckt, erntete Spott. Die Herren im Uhrzeigersinn: Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsens, Bayerns Markus Söder (CSU), Daniel Günther (CDU), Regierungschef in Schleswig-Holstein, Werner Kogler (Grüne), Vizekanzler Österreichs, Laschet und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Fotos: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird zwar öffentlich nicht mit Maske gesehen, dafür immer nur aus der Ferne. Sie hält stets Abstand, wird im VW-Bus chauffiert, weil da mehr Distanz zum Fahrer möglich ist. Konferenzen hält sie über Video ab, Kabinettsitzungen finden in einem Riesen-Saal mit weitem Abstand der Teilnehmer statt.