Seit Tagen harren Familien mit kleinen Kindern im Grenzgebiet aus. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Viele flohen vor Krieg und Verfolgung, andere vor Armut und Elend. An der türkischen Grenze zu Griechenland warten Tausende Flüchtlingen und Migranten. Doch die versprochene offene EU-Grenze war nur ein Gerücht. „Wenn uns hier keiner rausholt, laufen wir eben den ganzen Weg nach Europa“, sagt Hussam al-Hurdan (38) aus Syrien trotzig. Mit seiner Frau und fünf Kindern campiert er in der Grenzprovinz Edirne. Bisher hält die EU die Grenzen aber dicht, kündigte jedoch an, Ankara eine halbe Milliarde Euro zusätzlich für Flüchtlinge in der Türkei bereitzustellen.

Doch Ankara bleibt kompromisslos: Damit Griechenland Migranten nicht wieder in die Türkei zurückschickt, wurden 1000 zusätzliche Polizisten in die Region entsandt. Zudem drohte Innenminister Süleyman Soylu an, Millionen Menschen aus Idlib nicht von der Durchreise nach Europa abzuhalten. Wie die Krise dort in der nordsyrischen Rebellenhochburg eingedämmt werden kann, war Thema eines Treffens Von Kreml-Chef Wladimir Putin und dem türkischen Präsidenten Recep Erdogan. Russland und die Türkei haben sich auf einen neuen Anlauf für ein Ende der Krise in der syrischen Rebellenhochburg Idlib geeinigt. Eine neue Waffenruhe trete kurz nach Mitternacht zum Freitag in Kraft, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag in Moskau. Kremlchef Wladimir Putin sagte, dass nach rund sechs Stunden ein gemeinsames Dokument entstanden sei, das der Umsetzung des Waffenstillstandes diene.

Russland ist im Bürgerkrieg Schutzmacht der syrischen Regierung, die Türkei unterstützt Rebellen. Bei erneuten Luftangriffen in Idlib wurden 14 Menschen getötet und 20 verletzt.