Blutplasma mit Corona-Antikörpern soll Covid-19-Patienten bei der Heilung helfen. Foto: Christian Charisius/dpa

Brüssel - Die EU-Kommission wird 36 Millionen Euro zuschießen, um Blutspenden genesener Covid-19-Patienten für die Behandlung Kranker einsetzen zu können. Dabei wird Blutplasma gewonnen, das Antikörper gegen das Corona-Virus enthält. In den Blutkreislauf der Erkrankten gebracht, soll es helfen, die Immunabwehr gegen das Virus zu stärken. 

Europaweit 150 Blutspendestationen sollen es ermöglichen, viel Plasma zu gewinnen, das entweder den Kranken injiziert oder der Industrie für die Herstellung von Covid-19-Medikamenten zur Verfügung gestellt werden soll. Erste Forschungsergebnisse deuteten darauf hin, dass das sogenannte Rekonvaleszenten-Plasma bei frühzeitigem Einsatz die Sterblichkeit bei Covid-19-Patienten verringere, erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.  

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Der Vorteil der direkten Plasmagewinnung gegenüber der Separierung aus herkömmlichen Blutspenden ist laut Kommission, dass ein Spender alle zwei Wochen und nicht erst nach drei bis vier Monaten zur Ader gelassen werden könne: Bei der „Plasmapherese“ bekommt der Spender einen Großteil seiner Blutkörperchen zurück.  

Im Juli 2020 waren alle öffentlichen und gemeinnützigen Blutspendedienste in EU und Großbritannien aufgerufen worden, Mittel für den Kauf entsprechender Geräte zu beantragen. Jetzt wurden Zuschüsse an 24 Projekte in 14 Staaten der EU, darunter Deutschland, sowie Großbritanniens genehmigt. Mit den Zuschüssen werden die Anschaffung einer Reihe von „Plasmapheresegeräten“ sowie der notwendigen Ausrüstung unterstützt.