Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow rief die Partei auf dem Parteitag zur Geschlossenheit auf. imago/sepp spiegl

Querelen um Sahra Wagenknecht, einstellige Umfragewerte, das maue Abschneiden bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Die Linke reitet derzeit nicht gerade auf einer Erfolgswelle Richtung Bundestagswahl.

Alle aktuellen News aus Politik & Wirtschaft finden Sie hier.

Auf einem zweitägigen Online-Parteitag entscheiden die Delegierten an diesem Wochenende über das Wahlprogramm der Partei. Im Entwurf des Vorstandes steht ein Mindestlohn von 13 Euro, eine Solidarische Mindestrente von 1200 Euro sowie ein garantiertes Mindesteinkommen in gleicher Höhe.

Außenpolitik großes Streitthema

In einem per Video eingespielten Beitrag für den Parteitag rief Thüringens Linken-Ministerpräsident Bodo Ramelow am Samstag seine Partei auf, im Wahlkampf stärker auf die Menschen zuzugehen. Es komme darauf an, „dass wir die Herzen der Menschen gewinnen“, sagte er. „Lasst uns gemeinsam losgehen in den Wahlkampf und den Menschen sagen: die Linke ist der starke Garant, damit dieses Land sozialer und gerechter wird.“

Ausschlussantrag gegen Sahra Wagenknecht

Debatten werden auf dem Parteitag insbesondere zur Außenpolitik erwartet – etwa bei der Frage, wie hart das Nein zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr ausfallen soll.

Am Sonntag soll das Programm beschlossen werden, dann werden auch die beiden Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl, Ko-Parteichefin Janine Wissler und der Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch, zu den Delegierten sprechen.

Auseinandersetzungen hatte es zuletzt auch um die frühere Fraktionschefin Sahra Wagenknecht gegeben, die ihrer Partei vorwirft, sich zu wenig um ihre angestammte Wählerklientel zu kümmern. Es gibt einen Ausschlussantrag gegen sie, den die Parteispitze aber ablehnt.

In Umfragen stand die Linke zuletzt nur zwischen sechs und sieben Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte sie 9,2 Prozent.