Einen höheren Wert für die jährliche Teuerungsrate als im August diesen Jahres gab es zuletzt im Dezember 1993. Patrick Pleul/dpa

Am Ende des Geldes ist immer noch so viel Monat übrig? Steigende Energiepreise und der Mehrwertsteuereffekt haben die Inflation in Deutschland auf vergleichsweise hohem Niveau weiter steigen lassen. Kein Wunder, dass einem das Gehalt scheinbar in den Fingern zerrinnt. Im August lagen die Verbraucherpreise um 3,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Einen höheren Wert für die jährliche Teuerungsrate als im August des laufenden Jahres hatten die Wiesbadener Statistiker zuletzt im Dezember 1993 mit damals 4,3 Prozent ermittelt.

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Grund für den deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise im Vergleich zum August des Vorjahres sind dabei auch Sondereffekte im Zuge der Corona-Krise. Dazu zählt der sogenannte Basiseffekt durch die coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuersätze im Juli 2020. Dieser hatte die Inflationsrate bereits im Juli 2021 sprunghaft auf 3,8 Prozent im Vorjahresvergleich ansteigen lassen, da sich die Mehrwertsteuersätze für fast alle Waren und Dienstleistungen seit Jahresbeginn wieder auf dem vorherigen Niveau befinden.

Inflation aufgrund des zeitweiligen Preisverfalls bei den Mineralölprodukten 2020

Außerdem gab es im Corona-Jahr 2020 zeitweilig einen Preisverfall bei den Mineralölprodukten, der sich im Vorjahresvergleich nun erhöhend auf die Gesamtteuerung auswirkt. Hinzu kommt die Einführung der CO2-Abgabe seit Januar 2021, die Energieprodukte verteuert.

Gemüse ist viel teurer geworden als es das vor einem Jahr noch war.  dpa/Stache

Das Statistische Bundesamt verwies am Freitag zudem auf „krisenbedingte Effekte, wie die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen“. Angesichts von Lieferengpässen hatte es zuletzt über verschiedene Wirtschaftszweige hinweg bei der Materialbeschaffung teils deutliche Preissteigerungen gegeben. Diese Effekte hätten sich bisher jedoch „nur teilweise und abgeschwächt im Verbraucherpreisindex niederschlagen“, erklärte Christoph-Martin Mai, Leiter des Referats „Verbraucherpreise“ im Statistischen Bundesamt.

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Gemüse ist 9 Prozent teurer als vor einem Jahr

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von August 2020 bis August 2021 überdurchschnittlich um 5,6 Prozent. Vor allem die Preise für Energieprodukte lagen mit plus 12,6 Prozent deutlich über der Gesamtteuerung.

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,6 Prozent, nach 4,3 Prozent im Juli 2021. Teurer gegenüber August 2020 wurden vor allem Gemüse (plus 9,0 Prozent) sowie Molkereiprodukte und Eier (plus 5,0 Prozent). Darüber hinaus verteuerten sich auch Gebrauchsgüter wie Fahrzeuge (plus 5,5 Prozent) oder Möbel und Leuchten (plus 4,0 Prozent) deutlich. Dagegen wurden laut Bundesamt nur wenige Waren billiger – zum Beispiel Fernsehgeräte (minus 0,7 Prozent).

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Im Vergleich zum Vormonat Juli 2021 blieben die Verbraucherpreise im August indes stabil. Die Preise für Energieprodukte insgesamt erhöhten sich nur gering um 0,4 Prozent. Hier standen nach Angaben der Statistiker den Preisanstiegen bei Kraftstoffen (plus 0,9 Prozent) Rückgänge beim Heizöl (minus 1,7 Prozent) gegenüber.