Pflegekräfte aus Indien sollen in Deutschland den Pflegenotstand lindern. AFP/Manjunath Kiran

In Deutschland fehlen rund 35.000 Pflegekräfte und wie sehr diese Lücke das Gesundheitssystem belastet, zeigt die Corona-Krise auf schmerzliche Art und Weise. Jetzt will die Bundesagentur für Arbeit (BA) Abhilfe schaffen und schloss mit dem indischen Bundesstaat Kerala eine Vermittlungsabsprache für Pflegefachkräfte.

Erste Pflegekräfte sollen 2023 nach Deutschland kommen

Mit der Rekrutierung von Fachpersonal im Ausland leiste die Behörde einen Beitrag, benötigte Pflegekräfte für den deutschen Arbeitsmarkt zu finden, erklärte die BA am Donnerstag. Die ersten Rekrutierungen sind demnach für 2022 geplant. Nach einer mehrmonatigen Vorbereitung sollen die ersten Pflegekräfte dann im Jahr 2023 nach Deutschland kommen.

Laut BA handelt es sich um die zweite Vermittlungsabsprache mit einem Nicht-EU-Staat. Ziel der Vereinbarung ist es, Pflegekräfte für deutsche Krankenhäuser, Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu gewinnen.

Besonders beachtet wurde laut BA bei den Verhandlungen, dass Pflegekräfte nicht in Ländern rekrutiert werden, in denen selbst ein Mangel besteht. Demnach liegt die Anzahl der Pflegekräfte pro Einwohner im Bundesstaat Kerala über dem indischen Landesdurchschnitt und dem entsprechenden Richtwert der Weltgesundheitsorganisation.

Bis 2030 wird es sechs Millionen Pflegebedürftige in Deutschland geben

Bevor die Pflegekräfte nach Deutschland reisen, sollen sie in ihrem Heimatland auf die Arbeit in Deutschland vorbereitet werden. Laut BA sollen sie vor ihrer Ausreise sprachliche und fachliche Unterstützungsangebote bekommen.

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt in Deutschland laut einem am Mittwoch vorgestellten Pflegereport der Barmer Krankenversicherung stärker als bisher angenommen. Bis zum Jahr 2030 wird es demnach mit insgesamt rund sechs Millionen Pflegebedürftigen mehr als eine Million Betroffene mehr geben als bisher erwartet. Gleichzeitig werden nach vorsichtigen Schätzungen mehr als 180.000 Pflegekräfte fehlen.