Vodafone schaltet neue Technik frei

Telefonieren mit 5G gestartet – und was bringt mir das?

Der neuen Standard kann aber zunächst nur regional genutzt werden. Und die Kunden brauchen ein geeignetes Smartphone. 

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5G-Telefonie ist jetzt in ersten Regionen möglich.
5G-Telefonie ist jetzt in ersten Regionen möglich.imago stock&people

Schonend für den Akku und etwas schneller beim Verbindungsaufbau: Ein kleiner Teil der Vodafone-Kunden telefoniert seit Freitag über den bisher nur für Daten genutzten Mobilfunkstandard 5G.

Als erster deutscher Netzbetreiber schaltete das Unternehmen die Technik regional frei - und zwar insgesamt gut 300 Funkstationen in Düsseldorf, Leipzig und Frankfurt, wie Vodafone am Freitag mitteilte. Vorerst gilt dies allerdings nur für die Nutzer von Samsung S23-Smartphones, weitere Modelle anderer Hersteller sollen bald hinzukommen.

Ein Automatismus sind die 5G-Telefonate für die Vodafone-Kunden mit Samsung-S23-Handy nicht. Denn um den neuen technischen Weg nutzen zu können, müssen sie in ihrem Kundenkonto erst die Funktion „5G plus“ aktivieren. Extrakosten werden dabei nicht fällig.

Die Wettbewerber Deutsche Telekom und Telefónica (O2) haben die 5G-Telefonie für ihre Kunden noch nicht gestartet. 5G-Netze gibt es bereits seit 2019 in Deutschland, diese wurde bisher aber nur für schnellen Datentransfer genutzt. Künftig soll dies bei Vodafone auch bei der Telefonie der Fall sein, die bislang über die Funkstandards 2G und 4G lief. Datennutzung für Internet-Anwendungen ist deutlich wichtiger als die klassische Telefonie, zumal viele Gespräche inzwischen über Dienste wie WhatsApp und Signal laufen.

Telefonate bleiben für viele Menschen wichtig

Dennoch bleiben Telefonate auf dem Handy für viele Menschen wichtig. Telefonate über 5G schonen laut Vodafone etwas den Akku, weil die Energieeffizienz im Netz höher ist. Der Grund ist, dass die Handyverbindung in einem Netz bleibt und nicht zwischen 2G, 4G und 5G wechseln muss.

Ein weiterer Vorteil: Die Verbindung zum Angerufenen baut sich etwas schneller auf und die Wartezeit verkürzt sich. Bisher liegt sie bei Anrufen von 2G zu 2G - die meisten Menschen telefonieren noch immer über dieses Netz - bei 4 Sekunden. Bei Verbindungen von 5G zu 4G sinkt der Wert auf 2,8 Sekunden und bei 5G zu 5G sind es 1,3 Sekunden. Außerdem bekommen die Nutzer auch in großen Menschenmengen eine gute Telefonverbindung - sind sie in Fußballstadien oder Großkonzerten nur im 4G-Netz, wird das schwieriger.

Verbesserung soll immer mehr Kunden erreichen

„Heute haben wir 5G-Telefonie an mehr als 300 Mobilfunkstandorten aktiviert“, erklärt die Netzchefin von Vodafone Deutschland, Tanja Richter. Nach und nach werde die Verbesserung immer mehr Orte und immer mehr Kunden erreichen. 

Und was macht die Konkurrenz? Die geht einen anderen Weg und will nicht in einem so kleinen Kreis starten wie es nun Vodafone tut, sondern den Schalter erst umlegen, wenn ein größerer Teil der Kunden davon profitieren könnte. So berichtet ein Sprecher von O2, dass man 5G Standalone (SA) und damit die Voraussetzung für 5G-Telefonie im Netz vorbereite. „Wir werden die Technologie für Privatkundinnen und Privatkunden aktivieren, wenn sie ihnen echten Mehrwert bietet, etwa wenn genügend Geräte im Markt 5G SA unterstützen und wir echte Anwendungsfälle haben.“ Dabei werde man ein „vollwertiges“ 5G Standalone anbieten, das auch die mobile Telefonie über 5G ermögliche.