Diese Druckkunst kann kaum ein Fälscher nachmachen. Stattdessen versuchen Täter, unaufmerksame Leute mit primitiven Blüten zu überrumpeln.  dpa/Boris Roessler

Die Corona-Pandemie macht so manches Geschäft kaputt. Auch das der Geldfälscher. Das liegt vor allem daran, dass viele Kriminelle gar nicht erst versuchen, in großem Stil Euro-Blüten mit „hoher Professionalität“  unters Volk zu bringen. Unter anderem, weil die Corona-Einschränkungen in Handel und Gastronomie die Möglichkeiten verringerten, falsches Bares unters Volk zu bringen.

 Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann ist aber skeptisch. „Ich fürchte, sobald die Corona-Beschränkungen wegfallen und das soziale Leben wieder zunimmt, werden vermutlich einige wieder versuchen, Falschgeld in Umlauf zu bringen.“ 

Die Falschgeldzahlen sind sowohl in Deutschland als auch im Euroraum weiter gesunken, teilte die  Bundesbank mit. 21.356 gefälschte Euro-Banknoten im Nennwert von gut einer Million Euro zogen Polizei, Handel und Banken demnach in Deutschland in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres aus dem Verkehr. Das waren 13 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2020 (24.633). Der Schaden schrumpfte von seinerzeit gut 1,2 Millionen Euro um 16 Prozent.

Europaweit registrierten die Euro-Notenbanken im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 167.000 gefälschte Euro-Banknoten im Gesamtwert von acht Millionen Euro. Damit setzte sich der seit der zweiten Jahreshälfte 2019 zu beobachtende Trend fort. Im ersten Halbjahr 2020 waren es nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) 240.000 „Falschnoten“, in der zweiten Jahreshälfte 2020 dann 220.000 Stück. Der Schaden durch Falschgeld für ganz Europa summierte sich 2020 auf 21,5 Millionen Euro.

  Grafik: dpa

„Die Anzahl der Fälschungen stieg nach der Einführung der neuen Europa-Serie zunächst kurz, weil die Restbestände an Fälschungen der ersten Serie in den Zahlungsverkehr gelangten, dann sank sie einige Jahre lang“, bilanziert Beermann. Die Notenbanken im Euroraum haben seit 2013 eine zweite Serie von Euro-Scheinen mit neuen Sicherheitsmerkmalen in Umlauf gebracht.

Vor allem das durchsichtige Porträtfenster und die Smaragdzahl, die beim Kippen des Scheins die Farbe ändert, sollen Fälschern die Arbeit erschweren. Bei den neuen 100- und 200-Euro-Scheinen gibt es zudem ein „Satelliten-Hologramm“, in dem sich kleine Euro-Symbole bewegen. Auf ihrer Internetseite bundesbank.de zeigt die Bundesbank die einzelnen Sicherheitsmerkmale.

Ein Großteil der sichergestellten Fälschungen ist inzwischen „Movie Money“ oder „Prop copy“. „Das sind einfache Druckfälschungen ohne jegliche Sicherheitsmerkmale“, erklärt Beermann. „Wenn man nur das Material fühlt, merkt man leicht und schnell, dass es sich um Falschgeld handelt.“ Vor allem beim 10-Euro-Schein und beim 20-Euro-Schein kommt dieses Spielgeld oft vor. In Deutschland hat der Zwanziger mit einem Anteil von rund 41 Prozent an der Gesamtzahl der Fälschungen den Fünfziger nun überholt.

Verhältnismäßig selten versuchen Kriminelle, mit falschen Münzen Kasse zu machen. 14 563 falsche Münzen wurden nach Angaben der Bundesbank in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres in Deutschland aus dem Verkehr gezogen, zu über 90 Prozent Zwei-Euro-Münzen. Die Zahl der Falschmünzen verringerte sich im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2020 um 35 Prozent.

Wer Falschgeld bekommt, hat immer verloren

Rein rechnerisch ist das Risiko sehr gering, mit Falschgeld in Berührung zu kommen. Nach Bundesbank-Berechnungen entfielen im ersten Halbjahr in Deutschland fünf falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner, europaweit waren es zehn. Dennoch sollten Verbraucher genau hinschauen, mahnen die Währungshüter. Denn wem ein falscher Schein untergejubelt wird, bekommt dafür keinen Ersatz.