Ist das gerecht? Wer im Homeoffice arbeitet, soll dafür Steuern zahlen. Foto: Imago Images/Hans Lucas

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will Arbeitnehmern ein Recht auf Homeoffice geben, Steuer-Erleichterungen etwa für Miete oder Strom sind im Gespräch. Ökonomen schlagen jetzt aber einen scharfen Gegenkurs ein: Ein Konzeptpapier der Deutschen Bank sieht vor, dass Heimarbeiter fürs Homeoffice eine Steuer zahlen müssen – von 7,69 Euro täglich.

Das schlägt zumindest Makrostratege Luke Templeman in einem umfangreichen Konzeptpapier vor, das die Deutsche Bank am Mittwoch veröffentlicht hat, wie das „Manager Magazin“ berichtet. Sein Argument: Schließlich hätten die meisten einen ökonomischen Vorteil aus dem Homeoffice, so Templeman. Man spare Geld für Fahrten zur Arbeit, Reisen, Restaurants, teure Bürokleidung oder auch Kneipenbesuche nach Feierabend. 

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Unterm Strich errechnet Templeman für Homeoffice-Nutzer im Durchschnitt einen Gewinn in Höhe von 5 Prozent ihres Einkommens – genug für eine zusätzliche Steuer, ohne schlechtergestellt zu werden.

Die Steuer sei auch dadurch gerechtfertigt, dass das Plus der Heimarbeiter zulasten der vielen Beschäftigten ginge, die durch die Heimarbeit schlicht nicht mehr gebraucht würden, wie zum Beispiel Angestellte eines klassischen Mittagspausen-Cafés. Und Industriearbeiter oder Pflegekräfte, die zum Pendeln gezwungen blieben, müssten künftig mit ihren Beiträgen den öffentlichen Nahverkehr aufrechterhalten, was schier unmöglich sei.

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Gezahlt werden sollte die Steuer von Unternehmen, so der Analyst weiter. Nur wenn deren Angestellte künftig freiwillig und trotz eines vorhandenen Büroarbeitsplatzes im Homeoffice bleiben, müssten sie selbst zahlen.

Die Besteuerung eines durchschnittlichen Homeoffice-Einkommens von 40.000 Euro mit 7,69 Euro pro Tag würde dem Staat 15,4 Milliarden Euro pro Jahr in die Kassen spülen, rechnet Templeman vor. Mit dem Geld könnten dann Niedriglöhne um 1538 Euro pro Kopf aufgestockt werden.

Trotz dieser Idee einer fairen Umverteilung halten andere Ökonomen recht wenig von der Homeoffice-Steuer: „Das Argument der gerechten Verteilung der Krisenkosten ist gut“, meint etwa Stefan Bach, Steuerexperte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), „aber das soll man am Einkommen messen und nicht daran, ob Menschen im Homeoffice sitzen.“