Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, weist die Vorwürfe zurück.
Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, weist die Vorwürfe zurück. imago/Metodi Popow

Seit 2008 leitet der Jurist und Ex-Botschafter Wolfgang Ischinger die Münchner Sicherheitskonferenz, die er am Freitagnachmittag zum letzten Mal als Vorsitzender eröffnen wird.

Gespräche im Hinterzimmer vermittelt?

Doch nach Recherchen des Nachrichtenmagazins Spiegel ging Ischingers Engagement weit darüber hinaus. Der 75-Jährige soll sich über seine Beratungsfirma Agora Strategy Group im Rahmen der Sicherheitskonferenz bereichert haben. Die Firma habe Termine und Kontakte zum Verkauf angeboten, berichtet der Spiegel und beruft sich dabei auf vertrauliche Unterlagen der Münchener Aktiengesellschaft.

Beispielsweise habe sie dem deutschen Rüstungsunternehmen Hensoldt angeboten, gegen Honorarzahlungen Personen aus dem Teilnehmerkreis der Konferenz für ein sogenanntes Side Event auszuwählen sowie bilaterale Gesprächstermine zu vereinbaren. Dabei handelt es sich um Treffen in den Hinterzimmern der Konferenz.

Agora wollte nach Spiegel-Angaben auf diesem Weg Hensoldt bei Geschäften in Saudi-Arabien, Ägypten oder Libyen unterstützen.

Laut Spiegel gehören Ischinger 30 Prozent an Agora. Die Anteile würden von einem Treuhänder gehalten – dies ändere aber nichts daran, dass er von den Geschäften des Unternehmens bis heute profitiere.

Ischinger weist die Vorwürfe entschieden zurück: „Ich habe ein absolut reines Gewissen. Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen“, sagte Ischinger am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es bestehe weder eine operative noch eine strukturelle Verbindung zwischen Agora Strategy und der Münchner Sicherheitskonferenz.