Nur 11 Prozent der berechtigten Schüler bekamen Nachhilfe. dpa/Sebastian Gollnow

Viele Förderleistungen der Bundesregierung kommen trotz eines Rechtsanspruchs bei der Mehrheit der Kinder und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien nicht an.

Von rund zwei Millionen potenziell Leistungsberechtigten unter 15 Jahren erhielten im Corona-Jahr 2020 nur rund 55 Prozent Mittel aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket (BuT). Nur rund 11 Prozent der Kinder erhielten Unterstützung bei der Lernförderung. Das zeigen Recherchen des ARD-Magazins „Monitor“ nach Auswertung einer aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Hilfspaket nur ein „Bürokratiemonster“

Nur bei 7,3 Prozent aller leistungsberechtigten Schüler und Schülerinnen wurde Geld für einen eintägigen Schulausflug bewilligt. Lernförderung (also Nachhilfe) bekamen lediglich rund 11,1 Prozent der Leistungsberechtigten und der BuT-Bewilligungen unter Hartz-IV-Empfängern – obwohl gerade sie für Kinder aus finanziell benachteiligten Familien besonders wichtig wäre.

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Leistungen zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben – darunter fallen z.B. Beiträge für den Sportverein, die Musikschule oder auch Leihgebühren – wurden 14,7 Prozent aller bezugsberechtigten Schüler bewilligt.

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Fachleute kritisieren das seit zehn Jahren geltende Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung als „Bürokratiemonster“. In seiner jetzigen Form blieben Kindern und Jugendlichen gleiche Chancen bei Bildung und soziokultureller Teilhabe vorenthalten. Zugleich entstünden sehr hohe Verwaltungskosten.

Die Leistungen sind zu restriktiv ausgestattet, sie sind zu niedrig und zu schwer zu erreichen“, kritisiert etwa Joachim Rock vom Paritätischen Wohlfahrtsverband gegenüber „Monitor“. „Die Pandemie wirft Kinder und Jugendliche einfach noch mal zurück, und es bräuchte ein viel stärkeres Maß an Unterstützung als diese immer noch nicht ausreichend in Anspruch genommene Leistung.“