Grenzen geschlossen, Briten allein.  Foto: imago images/i Images/Stephen Lock 

Es ist ein Debakel: Ein Land mit fast 67 Millionen Menschen ist von der Welt abgeschnitten. Verhungern wird wohl keiner, aber wenn die wegen eines mutierten Corona- Virus gegen Großbritannien verhängte Blockade andauern sollte, wird die Ernährung auf der Insel wohl sehr eintönig.

Das könnte zu Häme verleiten, weil der kollabierte Warenverkehr aus und ins Vereinigte Königreich einen düsteren Ausblick nicht nur auf die Folgen eines harten Brexit gewährt.

Für Häme ist jedoch kein Platz. Denn auf dem Kontinent werden britische Produkte auch dringend gebraucht – nicht gerade der sehr spezielle Plumpudding oder fette Frühstückswürstchen, aber viele Teile für die Industrie. Kommt die britische Kurbelwelle nicht in die Autofabrik, wird das Auto in Deutschland, Frankreich oder Polen nicht fertig.

Nur in eine Richtung ist Spott und scharfe Kritik möglich: an Boris Johnson und seine Brexiteers, die einer Mehrheit ihres Volks weismachen konnten, allein wäre man stärker als zusammen mit den Kontinentaleuropäern. Die wegen Fisch einen Zirkus aufführen, als sei Heringsfang das A und O britischen Gedeihens. Und denen angesichts des drohenden Brexit-Debakels nichts weiter einfiel, als zu erlauben, dass Lastwagenfahrer ihre Fahrzeuge auf der Autobahn abstellen dürfen.

An alle anderen richtet sich der Appell: Lernt, dass Corona jedes Land ins Mark treffen kann. Begreift, dass Zusammenarbeit hilfreich und nötig ist. Nehmt zur Kenntnis, dass Zukunft multinational ist. Denn das hat auch hier in Deutschland nicht jeder begriffen, der beispielsweise fordert, den „deutschen“ Impfstoff, der ein deutsch-amerikanischer Impfstoff ist, bevorzugt nach Deutschland zu liefern.

Wie sang doch Rio Reiser: Allein machen sie dich ein ...