Schaulustigen, die Unfallopfer beim Rettungseinsatz filmen, drohen drastische Strafen. Foto: Imago Images/Jochen Tack

So genannte „Gaffer-Fotos“ von Unfalltoten stehen künftig unter Strafe. Wer Videos oder Fotos von hilflosen Unfallopfern anfertigt oder verbreitet, dem drohen bis zu zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. „Wer Verletzte oder gar Tote aus reiner Sensationsgier fotografiert, verletze jeden menschlichen Anstand“, sagt Justizministerin  Christine Lambrecht (SPD). „Oft werden dabei auch noch Rettungskräfte behindert, die alles tun, um Leben zu retten.“ Bislang schützte das Strafrecht nur lebende Unfallopfer. Die Regelungen, die der Bundesrat am Freitag abschließend billigte, treten voraussichtlich noch in diesem Jahr in Kraft.

Auch das heimliche Filmen oder Fotografieren unter den Rock oder in den Ausschnitt kann künftig mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. Gleiches gilt für die Weiterverbreitung solcher Aufnahmen. Das sogenannte „Upskirting“, bei dem unter Röcke und Kleider fotografiert oder gefilmt wird, war nach bisheriger Rechtslage meist keine Straftat.