"Spaziergänger" und ihre Forderung nach "Freiheit". imago/

Am Montag da gehen sie vielerorts wieder auf die Straße zu ihren „Spaziergängen“. Tatsächlich haben sie es inzwischen geschafft, diesen harmlosen Begriff zu entweihen. „Komm, lass uns spazieren gehen“ beantworten viel inzwischen mit der Frage „Wogegen?“.

Viel schlimmer ist aber die Pervertierung eines anderen Wortes. Freiheit. Das fordern sie auf den Straßen. Weil sie ja so unterdrückt werden in der angeblichen „Corona-Diktatur“.

Freiheit? Ernsthaft? Ihr Spaziergänger verwechselt da etwas. Was ihr wollt, ist keine Freiheit. Die endet nämlich bekanntlich da, wo die des anderen anfängt. Ihr wollt einfach tun können, was euch passt. Völlig egal, was es bei anderen anrichtet.

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Eure Freiheit ist die der Despoten

Eure Freiheit ist die der Despoten und Diktatoren, die den Begriff exklusiv für sich selbst und ihresgleichen in Anspruch genommen haben. Die individuelle Freiheit, die ihr fordert, geht stets zulasten aller anderen. Denn alleinige Freiheit des einzelnen bringt zwangsläufig immer Nachteile, also Unfreiheit, für andere mit sich.

Was ihr nicht wollt oder könnt, ist auf Teile eurer individuellen Freiheit zu verzichten, um allen soziale Freiheit zu ermöglichen. Rücksicht nennt man das. Oder soziale Verantwortung. Aber die scheint euch fremd zu sein.

Freiheit? Ihr meint Egoismus!

Also bitte benutzt wenigstens nicht einen so großen Begriff wie Freiheit, wenn ihr doch eigentlich nur Egoismus meint.

Das Problem ist, dass man aber krachend scheitert, wenn man auch nur versucht, das mit den Montagspöblern zu diskutieren. Wie sagte es ein unbekannter Autor: Mit dummen Menschen zu streiten, ist wie eine Partie Schach gegen eine Taube. Egal, wie gut du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.