Stefan Genth vom Handelsverband Deutschland befürchtet starke Einbußen für Geschäfte durch 2G. imago/Political-Moments

Beifall zu den Beschlüssen von Bund und Ländern kommt nicht von jeder Seite: Für den Einzelhandel sei die 2G-Pflicht im Weihnachtsgeschäft schlicht „eine Katastrophe“, sagte Mareike Petersen, Geschäftsführerin des Handelsverbands Nord. 2G sei eine Art Teilschließung. Selbst Geimpfte und Genesene würden abgeschreckt, glaubt Petersen. „Wartezeiten vor der Tür fördern nicht unbedingt die Shoppinglaune.“

Handelsverband hält 2G-Regel für rechtswidrig

Der Handelsverband Deutschland hält die Regel sogar für rechtswidrig, Klagen müssten jedoch die Firmen. Der Verband befürchtet durch 2G-Regeln Umsatzverluste von bis zu 50 Prozent für Geschäfte. „Das ist nach den ohnehin schon kräftezehrenden Lockdowns der vergangenen Monate für viele nicht zu verkraften“, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der Funke Mediengruppe.

Zudem würden die dann nötigen Kontrollen der Zugangsregelung zusätzliche Kosten verursachen. Anders als in den vorherigen Lockdowns seien keine Wirtschaftshilfen vorgesehen, die die Verluste auffangen könnten.

Kritik an geplanter Impfpflicht

Doch auch die geplante Impfpflicht wird kritisiert. „Bisher sagt die Politik nicht, wie das finanziell, logistisch und personell gestemmt wird“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Es brauchte dann eine Infrastruktur, die allein 2022 halbjährlich Impfungen für Millionen Menschen gewährleiste.

Es sei lebensfremd zu glauben, die Hausärzte könnten das zusätzlich leisten. „Schon jetzt laufen die niedergelassenen Ärzte mit ihrem Impfangebot heiß“, sagte Brysch. „Leidtragende sind aktuell die Patienten, die medizinische Grundversorgung brauchen. Die Situation verschärft sich Tag für Tag.“ Ohne den Aufbau von mindestens 400 Impfzentren werde es nicht gehen.