Die JVA Dresden – hier sollen die Misshandlungen an dem ausländischen Häftling geschehen sein. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Dresden - Der Streit um den Rauswurf von Andreas Kalbitz tobt, da steht schon ein weiteres ranghohes AfD-Mitglied am Pranger: Der sächsische AfD-Vorstand Daniel Zabel steht offenbar unter Verdacht, während seiner Zeit als Justizbeamter an einem Übergriff auf einen tunesischen Häftling beteiligt gewesen zu sein, berichtet das Newsportal „Tag24“. Die Dresdner Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen insgesamt sechs Bedienstete der JVA Dresden. Der mittlerweile suspendierte Zabel und zwei weitere Beschuldigte sollen am 18. Juli 2018 den Häftling zu Boden gebracht, an den Händen gefesselt und mehrfach gegen den Oberkörper getreten und geschlagen haben. Das Opfer soll blaue Flecke davongetragen haben.

Auf die Spur gekommen ist die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten laut „Bild“ durch die Auswertung eines WhatsApp-Chats. Zabel war nach der Messerattacke am Rande des Chemnitzer Stadtfestes im August 2018 ins Visier der Ermittler geraten.

Nach dem Tod eines 35-Jährigen war damals ein Iraker (24) festgenommen worden. Die Vorwürfe gegen den Mann erhärteten sich allerdings nicht, er wurde wieder freigelassen. Zabel hatte allerdings den Haftbefehl gegen den Iraker fotografiert und weitergegeben. Dafür wurde er suspendiert und 2019 zu elf Monaten Haft auf Bewährung und gemeinnützige Arbeit verurteilt.