Für das Tanken mussten Verbraucher seit Beginn des Jahres 2022 deutlicher tiefer in die Tasche greifen als im Jahr davor. Jetzt wird die Energiesteuer auf Kraftstoffe auf das in der EU erlaubte Mindestmaß reduziert - für drei Monate. dpa/Jens Büttner

Reisen durch Deutschland werden im Sommer preiswerter: Zwei Bundestags-Beschlüsse vom späten Donnerstagabend verbilligen nicht nur das Tanken und damit das Autofahren für einen Zeitraum von drei Monate, sondern auch Fahrten mit Bussen und Bahnen. 

Vorausgesetzt, der Bundesrat stimmt am Freitag ebenfalls für das 9-Euro-Ticket und dessen Finanzierung. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) betonte, diese Maßnahmen kämen den Bürgerinnen und Bürgern zugute - „direkt, schnell und zielgerichtet“.

Deutschlandweit günstig mit Bussen und Bahnen unterwegs

Nach den Plänen von SPD, Grünen und FDP gibt es im Juni, Juli und August Monatskarten zum Preis von 9 Euro, mit denen die Menschen deutschlandweit alle Busse und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr nutzen können. Die Einnahmeausfälle sollen durch den Bund ausgeglichen werden - so sieht es das vom Bundestag verabschiedete Gesetz vor. Der geplante Zuschuss von 2,5 Milliarden Euro geht einigen Ländern allerdings nicht weit genug, weshalb die notwendige Zustimmung des Bundesrats am Freitag noch offen ist.

Für denselben dreimonatigen Zeitraum beschloss der Bundestag, die Energiesteuer auf Kraftstoffe auf das in der EU erlaubte Mindestmaß zu reduzieren. Bei Benzin sinkt die Steuerlast damit vorübergehend um 29,55 Cent pro Liter - einschließlich Mehrwertsteuer sogar um knapp 35,2 Cent. Bei Diesel gibt es ein Minus von gut 14 Cent pro Liter beziehungsweise 16,7 Cent mit Mehrwertsteuer.

Mit diesen Maßnahmen reagiert die Koalition auf die in den vergangenen Monaten stark gestiegenen Energiepreise. Darüber hinaus sei das 9-Euro-Ticket eine „Riesenchance“ für klimafreundliche Mobilität, sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) bei der abschließenden Plenardebatte.