Wie hier in Wolfsburg tauchen in vielen Städten die Anti-Grünen-Plakate auf. imago/Jan Huebner

Sie sehen auf den ersten Blick aus wie Plakate der Grünen: Grüner Hintergrund und Sonnenblumen – die allerdings den Kopf hängen lassen. Seit wenigen Tagen sind mehrere Tausend solcher Plakate in deutschen Großstädten zu sehen, die grün wirken, aber mächtig Stimmung gegen die Partei machen! Versehen sind die vermeintlichen Öko-Plakate mit Wörtern wie „Wohlstandsvernichtung“, „Klimasozialismus“ oder „Ökoterror“.

Grüne sprechen von „rechter Schmutzkampagne“

Hinter der Kampagne steckt die Hamburger Firma Conservare Communication GmbH. Es handele sich um eine „zugespitzte ‚Anti-Grünen‘-Kampagne“, so deren Inhaber und Geschäftsführer, der Ex-CSUler und nach eigenen Angaben jetzt parteilose David Bendels zur Deutschen Presse-Agentur. „Wir hoffen, dass wir vielen Wahlberechtigten verdeutlichen können, dass von den Grünen eine massive Gefahr für Deutschland ausgeht.“

Bendels ist auch Vorsitzender des rechtskonservativen Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten. Dieser hatte in der Vergangenheit in mehreren Wahlkämpfen Plakate und Broschüren produziert, die zur Wahl der AfD aufriefen.

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sprach deshalb von einer „rechten Schmutzkampagne“ „AfD-naher Akteure mit dubioser Finanzierung“. Rechtlich könne man nichts dagegen tun, schrieb er in einer E-Mail an Unterstützer der Partei. Aber man lasse sich davon keinen Millimeter zurückdrängen und werde im Gegenteil doppelt so hart kämpfen, doppelt so viele Plakate aufhängen und an doppelt so vielen Türen klopfen. „Keine Fake News Kampagne, keine gefälschten Zitate oder Bilder, keine rechte Desinformation, kein noch so schmutziger Wahlkampf wird uns aufhalten“, schrieb Kellner.

SPD und CDU haben sich an die Seite der Grünen gestellt und die Schmäh-Plakate gegen die Partei verurteilt. „#GrünerMist ist #Rechtermüll“, schrieb SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Donnerstag auf Twitter. „Demokraten halten zusammen.“ SPD-Vize Kevin Kühnert twitterte: „Solidarität mit @Die_Gruenen und allen, die es als nächstes trifft.“

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak schloss sich der Kritik an der Schmähaktion an. „Zu fairem Wahlkampf gehört es, auch das Wort zu ergreifen, wenn es nicht gegen die eigene Partei geht: Der Dreck, der aktuell von AfD- und NPD-nahen Kreisen über die Grünen ausgegossen wird & mit einer Plakatkampagne befeuert wird, ist widerwärtig. Volle Solidarität @MiKellner“, schrieb Ziemiak an den Grünen-Bundesgeschäftsführer gerichtet.