Die ersten Familien zogen in ein neu erbautes Camp ein, die Zelte schickte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Foto: Imago Images/ANE Edition

Das Drama um das abgebrannte griechische Flüchtlingscamp Moria entsetzt Europa, auf den griechischen Inseln leben über 25.000 Menschen in völlig überfüllten Lagern. Doch ausländische Hilfe für die Migranten wird erheblich durch örtliche Behörden erschwert, wie „Welt am Sonntag“ berichtet. So sei im März wegen „politischer Probleme“ ein Projekt des Technischen Hilfswerks (THW) gescheitert.

Im Auftrag der Bundesregierung sollte die Wasserversorgung auf der Ägäis-Insel Samos verbessert werden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellte dafür 500.000 Euro in Aussicht. Doch laut THW hat eine Gemeindeverwaltung aufgrund von Protesten der Bevölkerung die Hauptwasserleitung zum Flüchtlingslager abgeklemmt. Zudem habe es Hinweise auf einen Brunnen in der Nähe gegeben, den das THW aber nicht auffinden konnte, weil den Inselverwaltungen „dessen genaue Lage angeblich unbekannt ist“. 

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Auf der Insel Lesbos bleibt die Lage nach dem Großbrand im Camp Moria angespannt. Etwa 300 Migranten – vornehmlich Familien – sind in ein neues Zeltlager eingezogen, während Tausende weiter auf den Straßen ausharren müssen. Angesichts der Notlage der Migranten schlug Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) einen Krisengipfel zur Flüchtlingsaufnahme von Bund, Ländern und Kommunen vor.