Halbierte Schweine hängen in einem Schlachthof an den Haken. Foto: dpa/Mohssen Assanimoghaddam

Die Umweltschutzgruppe Greenpeace will nach eigenen Angaben Werbung für Fleisch verbieten. Ein im Auftrag von Greenpeace erstelltes neues Rechtsgutachten soll nach Angaben der Organisation zeigen, dass ein rechtlich bindendes Verbot juristisch durchsetzbar wäre. Es stünde „im Einklang mit nationalem und europäischem Recht“, sagt Greenpeace.

Jetzt lesen: Klöckner – Werbung mit Fleischpreisen wird verboten >>>

Nach Ansicht der Umweltschützer verschleiert die Werbung für Fleisch, dass „über 95 Prozent der hiesigen Fleischproduktion aus tierschutzwidriger Tierhaltung stammt, Gewässer und Luft verschmutzt sowie einen hohen Einsatz von Antibiotika zur Folge hat“.

Werbeverbot soll helfen, den Fleischkonsum zu verringern

Eine informierte Entscheidung der Kunden sei damit nicht möglich. Stephanie Töwe, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace, sagt dazu: „Diese Werbung zielt lediglich darauf ab, immer mehr Fleisch zu verkaufen. Ein Werbeverbot kann helfen, den Fleischkonsum zu verringern und so die Klimakrise nicht weiter anzuheizen, Arten zu schützen und Zivilisationskrankheiten zu reduzieren.“

Viele der laut Greenpeace „schädlichen und teuren Folgen für Umwelt, Klima und Gesundheit“ seien im Preis für Fleischprodukte nicht enthalten. Wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und unfairen Bezahlung der Erzeuger sei die „Produktion von Fleisch auch sozial ein besonders folgenschwerer Bereich der Lebensmittelherstellung“.

Greenpeace will „überhaupt keine Werbung mehr für Fleisch zulassen“

Um weiter sinkenden Preisen bei Fleischprodukten entgegenzuwirken, hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) bereits im Sommer 2020 angekündigt, Fleischwerbung über den Preis zu verbieten.

Das angekündigte Werbeverbot reicht laut Greenpeace aber nicht aus. „Wer Klima, Tiere und unsere Gesundheit vor den fatalen Folgen der Fleischwirtschaft schützen will, darf überhaupt keine Werbung mehr für Fleisch zulassen.“