Viele Gesundheitsämter waren schon vor Corona unterbesetzt, dann arbeiteten sie über die Maßen viel dpa/Britta Pedersen

Das werden schwierige Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von 15 Bundesländern: Deren Beschäftigte wollen mehr Geld, weil die Inflation inzwischen bei 3,8 Prozent liegt, und weil sie eine Anerkennung für ihre Leistungen in der Corona-Pandemie wünschen. Die Bundesländer wiederum sind finanziell klamm, weil Corona die Ausgaben für das Gesundheitswesen, die Stützung der Wirtschaft und der Kommunen explodieren ließen. 

Verdi-Chef Frank Werneke und Ulrich Silberbach von „dbb Beamtenbund und Tarifunion“ stellten die zentralen Forderungen vor: Fünf Prozent mehr für alle, aber mindestens 150 Euro. Im Gesundheitswesen sollen es monatlich 300 Euro mehr sein beziehungsweise 100 Euro für Auszubildende. Das soll die Gewinnung von Nachwuchs speziell in diesem Bereich fördern. Insgesamt müsse der laut Silberbach „auf Kante genähte öffentliche Dienst“ eine bessere Bezahlung bekommen, um die „zahllosen offenen Stellen zu besetzen“.

Der Tarifvertrag soll mit zwölf Monaten eine kurze Geltungsdauer haben.

Direkt verhandelt wird laut Werneke für 940.000 Tarifbeschäftigte der Bundesländer plus 48.000 Auszubildende. Betroffen sind laut dbb auch 1,4 Million Landes- und Kommunalbeamte. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), der Hessen nicht angehört, sind für Oktober und November geplant, drei Termine sind geplant. Die übliche Übertragung des Ergebnisses auf Beamte ist im Anschluss an die Tarifrunde Sache der Landesparlamente.