Rainer Wieland (CDU) steht wegen hoher Ausgaben für Bürotechnik in der Kritik. dpa/Bernd Weißbrod

Fenster lassen sich auf Knopfdruck öffnen, Glasscheiben einfärben und Türen sind elektronisch gesichert. Nein, es geht dabei nicht um die Einrichtung eines Smarthome eines Hollywood-Stars, sondern um die Büro-Ausstattung eines deutschen Abgeordneten im Europaparlament.

Büro wurde als „Ideen-Labor“ aufwendig modernisiert

Mehr als eine halbe Million Euro ließ Rainer Wieland für den Büroumbau springen. Genau genommen hat der CDU-Politiker und Parlamentsvize sein Büro als sogenanntes Ideen-Labor nach Angaben der Parlamentsverwaltung für knapp 630.000 Euro modernisieren lassen. Die Kostenübersicht liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Der Verwaltung zufolge hat allein die Einrichtung eines neuen Multifunktionsraums für Online-Konferenzen knapp 135.000 Euro gekostet. Für den Umbau von Wielands eigenen Büroräumen sind demnach knapp 490.000 Euro geflossen.

„Hier sind Kosten entstanden, die sich in dieser Höhe nicht rechtfertigen lassen“, sagte der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Freund der dpa. Es sei richtig, dass im EU-Parlament neue Technologien getestet werden. „Natürlich hat das auch seinen Preis. Aber es hat ein Geschmäckle, wenn der Vorsitzende der zuständigen Arbeitsgruppe alle Innovationen in seinem eigenen Büro testet.“

Ausbau ist Test von Bürotechnik für alle

Wieland erklärte sich: „Ziel der gesamten Geschichte ist nicht, einem Abgeordneten eine tolle Einrichtung zu verschaffen, sondern Ziel ist es, Bürotechnik und Innenarchitektur zu testen“, sagte er der dpa. Er sei im Parlament federführend für die Gebäudepolitik zuständig. Dazu gehöre es, Dinge zu testen, bevor sie auf andere Büros ausgeweitet werden.

Die Hälfte der Umbaukosten sei allein für die Elektronik draufgegangen. Nun könnte das Neue jedoch für deutlich weniger Geld auf die anderen Büros der Etage ausgerollt werden. Wieland verwies zudem darauf, dass der Raum für Online-Konferenzen allen Abgeordneten zugänglich sei.