Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ließ sich bereits am Donnerstag eine Auffrischungsimpfung gegen Corona geben.  dpa/Jan Pauls/Bundesgesundheitsministerium

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat erneut eindringlich zu Corona-Auffrischungsimpfungen aufgerufen. Nutzen sollten das Angebot vor allem bestimmte Gruppen, wie ältere Menschen, Pflegebedürftige oder medizinisches Personal, sagte der CDU-Politiker am Freitag im RBB-Inforadio. Es sei auch genug Impfstoff da, sodass alle, die wollten, eine sogenannte Booster-Impfung bekommen könnten.

Impfkommission empfiehlt Booster-Impfungen

„Jeder, der sich boostern lässt, (...) tut auch was dafür, dass wir sicher durch den Winter kommen“, sagte Spahn. „Denn das zeigt Israel: Mit dem Boostern lässt sich auch eine Welle brechen, weil (...) der aufgefrischte Geimpfte tatsächlich auch weniger infektiös ist, weniger andere anstecken kann.“

Booster auch bei Impfung mit Astrazeneca ratsam

Empfohlen werde eine Auffrischimpfung auch für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Menschen, die mit Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft worden seien. Für alle anderen sei es aber auch möglich, betonte der CDU-Politiker. 

Angst vor Ansteckung wächst

Mit dem deutlichen Anstieg der Corona-Infektionen wächst auch wieder die Angst um die eigene Gesundheit durch Corona. Sahen sich laut ZDF-Politbarometer Anfang Oktober nur 31 Prozent der Deutschen gefährdet, so sind es inzwischen 47 Prozent.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte Anfang Oktober Auffrischungsimpfungen für Menschen ab 70 Jahren empfohlen. Zudem soll Bewohnern und Bewohnerinnen von Altenheimen sowie Pflegepersonal eine dritte Impfdosis angeboten werden. Gleiches gilt für das Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt sowie für Menschen mit Störungen des Immunsystems.

Corona-Schutz für Pflegeeinrichtungen

Spahn forderte zugleich, das Testen nicht zu vernachlässigen und die „Schutzkonzepte“ wieder zu verstärken. „Ich werbe bei den Ländern sehr dafür, dass endlich wieder alle Länder Testkonzepte verpflichtend machen für Pflegeeinrichtungen“, sagte der Minister dem RBB. Das müsse auch für Geimpfte gelten, die dort arbeiteten.

„Wir brauchen wieder stärker bestimmte Schutzkonzepte, um schwere, tödliche oder behandlungsbedürftige Verläufe zu vermeiden“, sagte Spahn dem Radiosender. „Ich möchte nicht das Gleiche erleben müssen wie im letzten Jahr, dass dort, wo die besonders Verwundbaren sind, dieses Virus es am leichtesten hat, reinzukommen.“