Gesundheitsminister Jens Spahn (r.) und RKI-Präsident Lothar Wieler. AP/Annegret Hilse

Von Montag an soll es eine deutschlandweite Impfwoche geben, kündigten Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, an.

Dabei setzt Spahn darauf, an Orten des öffentlichen Lebens mehr Menschen für die Corona-Impfung zu gewinnen. Es fehle noch immer an der „einfachen Gelegenheit“ zum Impfen, sagte der Minister am Mittwoch in Berlin. Er nannte Spiel- und Sportplätze, Fußgängerzonen und Einkaufsgeschäfte. Er sei Ländern, Kommunen und Helfern dankbar für viele „kreative Ideen“.

Zu Fragen nach einem möglichen erneuten Lockdown, die ihm oft gestellt würden, sagte Spahn ausweichend: „Die Debatte muss doch andersherum gehen: Wir haben das Mittel in der Hand, uns zurück in Freiheit und Normalität zu impfen“. Man sei schon ein ganzes Stück vorangekommen, „aber wir müssen eben noch einige, viele weitere überzeugen, diesen Weg mit uns zu gehen.“

Jede einzelne Impfung entscheide auch darüber, „wie sicher wir gemeinsam durch Herbst und Winter kommen“, betonte der CDU-Politiker. Zwar sei die Impfung die persönliche und frei Entscheidung jedes Einzelnen. Es sei aber auch eine Frage, die andere betreffe.

Vor allem Ungeimpfte auf Intensivstationen

Spahn hält es deshalb auch für gerechtfertigt, dass ungeimpfte Arbeitnehmer, die in Quarantäne gehen müssen, Lohnabzüge hinnehmen müssen. Er sehe nicht ein, dass andere auf Dauer dafür zahlen sollten, wenn sich Menschen trotz ausreichender Impfstoffe in Deutschland nicht impfen ließen, sagte er.

Spahn verwies darauf, dass auf Intensivstationen momentan vor allem nicht geimpfte Menschen wegen Covid-19 behandelt würden. „Es geht darum, dass das Gesundheitswesen nicht überlastet wird.“ Die Zahl der Ungeimpften sei noch zu groß. Auf diesem Stand könne nicht sichergestellt werden, dass es nicht wieder zu einer sehr starken Be- oder Überlastung komme.

Warnung vor „fulminanter“ vierter Corona-Welle

„Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagte der Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler. Wenn die Impfquote nicht drastisch gesteigert werde, „kann die aktuelle vierte Welle einen fulminanten Verlauf nehmen“. Die Belegung der Intensivbetten in den Krankenhäusern habe sich in den vergangenen beiden Wochen fast verdoppelt. Es seien auch immer mehr jüngere Menschen betroffen.