Karl Lauterbach im Bundestag dpa/Kay Nietfeld

Er wird bereits als zukünftiger Gesundheitsminister gehandelt und nimmt kein Blatt vor dem Mund. Schulschließungen oder einen neuen Lockdown brauche es jetzt nicht, sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Angesichts der hartnäckigen Ablehnung gegenüber Impfungen durch eine Minderheit trifft Lauterbach nun eine klare Ansage: Bis März seien Impfverweigerer entweder von einer Corona-Erkrankung genesen – oder tot.

Ob dieser Appell bei Impfgegnern noch irgendetwas bewirkt? Bei hartnäckigen Corona-Leugnern ist Karl Lauterbach eine Hassfigur, in den sozialen Medien wird er sogar selbst mit dem Tod bedroht. Impfgegner unterstellen der Bundesregierung häufig, Corona-Maßnahmen dienten der Unterdrückung der Bevölkerung. Da überrascht die Aussage von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zum Vorhaben der Ampel-Parteien, die sogenannte epidemischen Lage von nationaler Tragweite zu beenden und Nachfolgeregelungen zu schaffen. „Das Eckpunktepapier wird der Bekämpfung der Corona-Pandemie gerecht“, sagte er der Rheinischen Post (Donnerstagausgabe). „Es ist ein guter Kompromiss aus weiterhin möglichen Maßnahmen für die Länder und einer Absage an harte Einschnitte wie Lockdowns oder Ausgangssperren.“

Lauterbach: Niemand braucht mehr einen Lockdown oder Schulschließungen

Niemand brauche mehr einen Lockdown oder Schulschließungen, sagte Lauterbach. Zurückhaltend äußerte er sich aber zu dem von den Ampel-Parteien geplanten Enddatum der Maßnahmen. Im Frühjahr werde sich aber erst noch zeigen müssen, ob ab 21. März wirklich alle Corona-Maßnahmen fallen könnten. „Das ist auch davon abhängig, ob noch Virus-Varianten auftreten werden.“

Er betonte erneut die Bedeutung von Impfungen. „Klar ist aber, dass die meisten Ungeimpften von heute bis dahin entweder geimpft, genesen oder leider verstorben sind, denn das Infektionsgeschehen mit schweren Verläufen betrifft vor allem Impfverweigerer“, sagte der SPD-Politiker.

Vertreter der Ampel-Parteien hatten am Mittwoch den Vorschlag unterbreitet, das Infektionsschutzgesetz so zu ändern, dass bestimmte Corona-Maßnahmen auch ohne Fortbestehen der Ende November auslaufenden Maßnahmen weiter gelten können. Dazu gehören die Maskenpflicht, die 3G- und 2G-Regeln und Abstandsgebote. Die entsprechende Übergangsregelung soll nach dem Willen von SPD, Grünen und FDP im November von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.