Spezialkräfte rückten an und stürmten die Synagoge. AP/Smiley N. Pool/The Dallas Morning News

Zehn Stunden mussten sie um ihr Leben bangen, dann befreite die Polizei sie endlich aus der Gewalt eines Geiselgangsters! Im US-Bundesstaat Texas hat ein Bewaffneter vier Menschen in einer Synagoge in der Kleinstadt Colleyville festgehalten. Der Rabbiner und drei weitere Menschen kamen unverletzt frei. Der mutmaßliche Geiselnehmer wurde bei der Befreiungsaktion von Spezialkräften erschossen, wie US-Medien berichteten.

Geiselnehmer wollte Freilassung von Terroristin erpressen

Der Mann war während des Gottesdienstes Samstagfrüh in die Synagoge Congregation Beth Israel eingedrungen und behauptete, an mehreren Orten Bomben platziert zu haben. Nach Medienberichten verlangte der Geiselnehmer die Freilassung der Pakistanerin Aafia Siddiqui, die in den USA wegen Terrorvorwürfen im Zusammenhang mit der Terrorgruppe Al-Kaida in Haft sitzt. Sie war wegen versuchten Mordes an US-Soldaten in Afghanistan zu 86 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Spezialisten der Bundespolizei FBI übernahmen nach Informationen des Nachrichtensenders CNN die Verhandlungen mit dem Geiselnehmer. US-Präsident Joe Biden ließ sich über die Entwicklung der Lage informieren. Zur Todesursache des Geiselnehmers machte die Polizei keine Angaben. Journalisten berichteten von einer lauten Explosion und Schüssen in der Synagoge, kurz bevor der texanische Gouverneur Greg Abbott die Befreiung der drei verbliebenen Geiseln verkündete. Eine erste Geisel war bereits einige Stunden zuvor unverletzt freigelassen worden.

US-Präsident Biden verspricht hartes Durchgreifen gegen Antisemitismus

Nach Angaben des FBI-Sonderermittlers Matt DeSarno mussten die Geiseln nicht medizinisch behandelt werden. „Er hat sie in keiner Weise verletzt“, sagte er. Die vier Betroffenen könnten bald zu ihren Familien zurückkehren.

Der Fall löste bei jüdischen Organisationen in den USA sowie bei der israelischen Regierung große Besorgnis aus. Israels Botschafter in den USA, Michael Herzog, sagte, er sei „dankbar“, dass alle Geiseln in Sicherheit seien. Auch der Rat der Amerikanisch-Islamischen Beziehungen verurteilte die Tat und bot der jüdischen Gemeinde in Colleyville „jede mögliche Hilfe“ an.

Präsident Biden versprach, „gegen Antisemitismus und gegen den zunehmenden Extremismus in diesem Land“ vorzugehen.