Nur wenn Russlands Präsident Wladimir Putin entmachtet wird, ist die Gefahr für die Nachbarländer gebannt, sind Experten überzeugt. AP/Pool Sputnik Kremlin

Bereiten Russland-Experten und Nato-Politiker mitten im Ukraine-Krieg bereits die Zeit nach Kremlchef Wladimir Putin vor? Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll offenbar ab Freitag auf einem Geheim-Gipfel in Litauen darüber beraten werden, wie Russlands Präsident gestürzt werden könnte. Von „deputinisieren“ ist im Bericht die Rede und gemeinsam solle erörtert werden, wie man „den Bären erschlagen“ könnte.

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„Mit dem brutalen Krieg gegen die Ukraine hat Putin den Bogen überspannt“, erklärte ein Teilnehmer zum Treffen. „Seit Kriegsbeginn mussten bereits Zehntausende Russen für seinen Größenwahn mit ihrem Leben bezahlen. Wenn wir Russland jetzt nicht von ihm befreien, wann dann?“

Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis soll zum Geheimtreffen geladen haben. AP/Mariam Zuhaib

Litauens Außenminister forderte offen Putins Sturz

Eingeladen zu dem Geheimtreffen hat laut Bild Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis. Sicher kein Zufall. Denn Litauens Außenminister hatte bereits vor zwei Wochen den Nato-Partnern eingeschärft, dass der Sturz des russischen Präsidenten Wladimir Putin der einzige Weg sei, den Westen und seine Verbündeten vor künftigen Bedrohungen aus Moskau zu schützen. Landsbergis hatte in diesem Zusammenhang eine noch härtere Haltung gegenüber Russland gefordert.

Putins jährliche Siegesrede sei „nicht berauschend“ gewesen und die „düsteren Gesichter“ von Generälen und anderen seien Zeichen des Scheiterns im Ukraine-Krieg, so Landsbergis gegenüber AP. Ein verwundeter Putin könnte jedoch noch gefährlicher sein und der einzige Weg, diese Bedrohung zu beseitigen, bestehe darin, Putin zu entmachten.

Solange Putin an der Macht ist, leben die Nachbarländer Russlands in Gefahr

Solange die derzeitige Regierung in Russland an der Macht sei, seien die Nachbarländer in Gefahr, warnte Landsbergis.

„Und solange es ein Regime gibt, das beabsichtigt, Kriege außerhalb des russischen Territoriums zu führen, sind die umliegenden Länder in Gefahr“, warnte Landsbergis. „Und wenn denjenigen, die es nach 2008 in Georgien bezweifelten, 2014, als der erste Krieg in der Ukraine begann, eines bewiesen wurde, dann, dass Russland ein aggressives Land ist. Das ist ganz klar.“

Litauen ist einer der drei baltischen Staaten, die unter den Nato-Verbündeten besonders besorgt über mögliche russische Pläne sind, diese Länder gewaltsam wieder unter Moskaus Herrschaft zu bringen. Litauische Beamte, einschließlich Landsbergis, haben ihre Befürchtungen besonders offen zum Ausdruck gebracht, aber seine offenen Forderungen nach einem Regimewechsel gehen über das hinaus, was die meisten Nato-Verbündeten zu äußern bereit waren.