Ein Mann legt am Holocaus-Gedenktag in der Gedenkstätte Yad Vashem eine Blume ab.  Foto: AFP/Emmanuel Dunand

Israel hat am Donnerstag der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust gedacht. Am Vormittag heulten landesweit zwei Minuten lang die Sirenen. Auf den Straßen blieben die Autos stehen, Menschen verharrten in stillem Gedenken. Anschließend begannen in dem Land zahlreiche Gedenkveranstaltungen.

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In Israel leben nach offiziellen Angaben noch 174.500 Überlebende. 83 Prozent von ihnen sind älter als 80 Jahre, 18 Prozent über 90. Mehr als 900 Holocaust-Überlebende in Israel sind über 100 Jahre alt. Das Durchschnittsalter liegt bei 84,5 Jahren, wie die zuständige Behörde vor dem Gedenktag mitteilte.

Staatspräsident Reuven Rivlin hatte am Mittwochabend bei einer Zeremonie in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gesagt, 900 Holocaust-Überlebende in Israel seien „als direktes Ergebnis“ der Corona-Pandemie gestorben. „Sie haben die Ghettos und Todeslager überlebt, die Einwandererschiffe und die Internierungslager“, sagte Rivlin. Den letzten Kampf ihres Lebens hätten sie jedoch „verstört und isoliert, hinter Masken und Schutzhandschuhen, sich nach Kontakt sehnend, aber von ihren geliebten Menschen getrennt“ geführt. „An diesem Abend sind unsere Herzen mit ihnen und ihren Familien.“