Der russische Energiekonzern Gazprom liefert weiter Gas in den Westen - aber wie lange noch? (Symbolbild)
Der russische Energiekonzern Gazprom liefert weiter Gas in den Westen - aber wie lange noch? (Symbolbild) dpa/Igor Russak

Wird es jetzt schon ernst in Sachen Russen-Gas. Scheint so, als wolle Präsident Putin schon im Sommer den Gashahn zudrehen. Jedenfalls klingt es beim Staatskonzern Gazprom ganz danach. Man könne den Betrieb der Pipeline Nord Stream 1 nicht weiter garantieren, hieß es mit Bezug auf die Reparatur einer dafür notwendigen Turbine in Kanada.

Gazprom habe bislang keine schriftliche Bestätigung, dass die reparierte Turbine aus Kanada dem für die Installation verantwortlichen Unternehmen Siemens tatsächlich geliefert werde, gab der russische Konzern bekannt. „Unter diesen Umständen“ könne Gazprom den künftigen Betrieb der Leitung nicht garantieren.

Verwirrung um Gasturbine – Gazprom will nichts garantieren

Angeblich wegen der defekten Turbine hatte Russland die Gaslieferungen durch die Ostsee-Pipeline bereits Mitte Juni stark gedrosselt. Das Teil kam daraufhin in ein kanadisches Siemens-Werk zur Reparatur. Wegen kanadischer Sanktionen gegen Russland war zunächst nicht klar, ob die Rücksendung des inzwischen reparierten Gerätes möglich ist.

Am Wochenende gab die Regierung in Ottawa jedoch grünes Licht für die Ausfuhr. Der Siemens-Konzern kündigte an, die Turbine so schnell wie möglich zu installieren. „Gazprom verfügt über kein einziges Dokument, das es Siemens erlaubt, den Gasturbinenmotor, der derzeit in Kanada repariert wird, aus dem Land zu holen“, erklärte der russische Konzern hingegen.

Am Montag hatten außerdem reguläre Wartungsarbeiten an der Nord-Stream-Pipeline begonnen, so dass nun erstmal kein Gas mehr fließt. Die Arbeiten sollen rund zehn Tage dauern. Es gab jedoch Zweifel daran, ob danach tatsächlich wieder Gas fließen würde.