Eine Wildtierkamera nahm am 02.05.2022 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen diesen Braunbären auf. dpa/Landratsamt Garmisch-Partenkirch

Alarm vor dem G7-Gipfel im bayrischen Wald rund um Schloss Elmau.

18.000 Polizeibeamte sollen beim Treffen der wichtigsten Politiker der Welt Ende Juni rund um das streng abgeschirmte Schloss Elmau für Sicherheit sorgen. Für Demonstranten sind sie gewappnet. Aber rechnen Sie auch mit einem wilden Tier?

Ausgerechnet jetzt schleicht dort nämlich ein Bär durchs Unterholz - und könnte schon heute auf Polizeibeamte treffen, die dort ebenfalls im Wald unterwegs sind. Ende April wurde ein Braunbär im südlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen nicht weit von Elmau entfernt von einer Wildtierkamera fotografiert. Und bei Scharnitz in Tirol, Luftlinie gut zehn Kilometer zum Schloss, haben Bauern Ende Mai ihre Schafe von der Alm geholt, nachdem offensichtlich ein Bär - derselbe oder ein anderer - 15 Tiere gerissen hatte.

Sicherheitskonzept sieht Bedrohung durch Bär nicht vor

Manchen Sicherheitsbeamten könnte das nervös machen. Denn das strenge Sicherheitskonzept für den hochkarätigen Gipfel vom 26. bis zum 28. Juni sieht keine Bedrohung durch Bären vor. In die polizeilichen Vorbereitungen fließe aber eine ständige Lagebewertung ein, in die auch die Bärensichtung aufgenommen werde, teilte der G7-Planungstab der Polizei mit. „Wir stehen diesbezüglich bereits mit den zuständigen Behörden im Austausch.“

Die Aufbauarbeiten der 16 Kilometer langen Sperre rund den Tagungsort seien nicht von der Bärensichtung betroffen. „Die damit beauftragte Firma wird entsprechend informiert.“ Dass der Bär versehentlich eingezäunt werden und dann im engen Sicherheitsbereich mit den Staats- und Regierungschefs unterwegs sein könnte, schloss die Polizei aus. Es handele sich nicht um eine „vollumschließende Sperre“.

Die Polizei bewacht die Staatschefs auf Schloss Elmau – auch vor Braunbären? dpa/Angelika Warmuth

„Bleiben Sie möglichst ruhig und gelassen“

Für den Fall einer Begegnung mit einem Bären das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) schon nach dem Abschuss von Problembär Bruno 2006 Ratschläge entwickelt, die freilich auch die Polizeibeamten anwenden können. „Bleiben Sie möglichst ruhig und gelassen“, rät das LfU. „Bleiben Sie stehen und machen Sie den Bären durch ruhiges Sprechen und langsame Armbewegungen auf sich aufmerksam.“ Man solle nicht wegrennen und auch nicht versuchen, ihn zu vertreiben, sondern langsam und kontrolliert den Rückzug antreten.

Leichter gesagt als getan: Bei der Begegnung mit einem Braunbär soll man gelassen bleiben. Imago/AGAMI/C. Piek

Falls der Bär tatsächlich angreift: „Legen Sie sich bäuchlings flach auf den Boden oder kauern Sie sich auf den Boden, die Hände im Nacken. Wenn vorhanden, schützt so Ihr Rucksack den Rücken. Der Bär wird in der Regel von Ihnen ablassen oder Sie nur beschnuppern.“